VDA Position
    Die Anhängerindustrie unterstützt das Ziel, die CO₂-Emissionen und den fossilen Energieverbrauch des Straßengüterverkehrs wirksam zu senken. Anhänger und Sattelanhänger besitzen keinen eigenen Antrieb und können die CO₂-Emissionen somit nicht direkt beeinflussen. Ihre Wirkung entsteht ausschließlich im Zusammenspiel mit Zugmaschine, Beladung und Einsatzprofil. Die Optimierung muss immer im Gesamtsystem erfolgen. Die Regulierung muss deshalb möglichst praxistauglich sein, die hohe Komplexität der Anhänger berücksichtigen sowie die technische Machbarkeit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der überwiegend mittelständisch geprägten europäischen Branche angemessen abbilden. Die verfügbaren Marktdaten belegen nicht, dass die ab 2030 geltenden CO₂-Flottenziele von -10 % für Sattelanhänger und -7,5 % für andere Anhänger mit den heute marktverfügbaren, im VECTO-Modell anrechenbaren und wirtschaftlich einsetzbaren Technologien für alle betroffenen Hersteller verlässlich erreichbar sind. Auch bei bereits gewichts- und rollwiderstandsoptimierten Portfolios verbleibt ein erheblicher zusätzlicher CO₂-Minderungsbedarf. Dieser setzt vor allem eine breite Nutzung zusätzlicher aerodynamischer oder anderer Technologien voraus, deren Marktdurchdringung, Wirtschaftlichkeit und betriebliche Eignung bislang nicht hinreichend nachgewiesen sind. Trotz der Möglichkeit, zwischen 2025 und 2029 Emissionsgutschriften aufzubauen, greift die Zielvorgabe ab 2030 unmittelbar in voller Höhe. Zugleich erzeugen Sanktionen von 4.250 Euro je Einheit überschüssiger CO₂-Emissionen im Verhältnis zum Fahrzeugwert, zur Marge und zur Einflussmöglichkeit des Anhängerherstellers unverhältnismäßige Belastungen. Erforderlich sind daher eine frühzeitige Überprüfung, ein gestufter und fahrzeugtypgerechter CO₂-Zielpfad, eine faire Behandlung von Sonderfahrzeugen und kleinen Serien, eine Weiterentwicklung von VECTO-TRAILER sowie eine verhältnismäßige Sanktionssystematik.