Anstrengungen für effektiven Klimaschutz werden blockiert

Berlin, 01. Oktober 2020

Massiver globaler Ausbau erneuerbarer Energien nötig – nationale Umsetzung der REDII bleibt hinter deutschen und europäischen Klimazielen zurück

Die EU-Kommission will die EU-weiten CO2-Emissionen bis 2030 anstatt, wie bisher geplant, um 40 Prozent nun um mindestens 55 Prozent senken. Im Rahmen eines informellen Treffens hat sich auch das Bundesministerium für Umwelt (BMU) für die Zielverschärfung ausgesprochen. Vor diesem Hintergrund bewertet der VDA den Vorschlag des BMU zur Umsetzung der europäischen RED-II-Richtlinie kritisch.

„Ein mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebener Verbrennungsmotor ist klimafreundlich. Für einen wirksamen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz muss viel stärker als bisher bei den Energieträgern, wie Kraftstoffen und Strom, angesetzt werden. Grundlage für erneuerbaren Strom und strombasierte Kraftstoffe (E-Fuels) ist daher jeweils der massive globale Ausbau erneuerbarer Energien“, betonte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Hildegard Müller sagte weiter: „Die Pariser Klimaziele einzuhalten bedeutet, einen Weg aufzuzeigen, der den vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Kraftstoffe im Verkehr bis 2050 vorsieht. Damit wird langfristig kein fossiler Kraftstoff für Verbrennungsmotoren zur Verfügung stehen. Neben einem ambitionierten Hochlauf der Elektromobilität ist deswegen der Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe wie E-Fuels, Wasserstoff oder fortschrittlicher Biokraftstoffe nötig, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Um die notwendigen Mengen im Markt zu etablieren, sind politische Entschlossenheit und Unterstützung notwendig.“

Entscheidend dafür ist nun ein konsequentes politisches Vorgehen auf nationaler und europäischer Ebene bei der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (REDII). Hildegard Müller unterstrich: „Es ist widersprüchlich, dass das BMU im jüngsten Referentenentwurf zur nationalen Umsetzung der REDII hinter den eigenen Klimazielen zurückbleibt. Die Zielquote von 14 Prozent entspricht nicht den Klimaschutzzielen der Bundesregierung, sie erfüllt nicht die Zielmengen aus der nationaler Wasserstoffstrategie und wurde auch nicht den neuen Klimazielen der EU-Kommission angepasst. Dieses Vorgehen ist nicht ambitioniert genug.“

„Zusätzlich relativieren diverse Mehrfachanrechnungen (wie die vierfache Anrechnung von Ladestrom) die niedrige Zielquote. So werden keine Anreize für Investitionen in erneuerbare Kraftstoffe geschaffen. Die Gefahr, dass der Verkehrssektor mit diesen Instrumenten die Klimaziele verfehlt, ist sehr wahrscheinlich“, so Hildegard Müller. Eine ambitionierte Umsetzung des REDII kann eine CO2-Einsparung von bis zu 25 Mio. t erwirken. Das entspricht einem Drittel der nötigen Treibhausgaseinsparungen bis 2030 im Verkehrssektor. Um das zu erreichen, fordert der VDA mindestens 23 Prozent erneuerbare Kraftstoffe – ohne Mehrfachanrechnung – und eine Mindestquote von fünf Prozent Wasserstoff und E-Fuels bis 2030.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

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