Deutscher Pkw-Markt 2021: Erholung ausgebremst

    Berlin, 04. Januar 2022

    Deutscher Pkw-Markt schrumpft 2021 um 10 Prozent – Jeder vierte neu zugelassene Pkw ein Elektrofahrzeug – Inlandsproduktion gerät durch Versorgungsengpässe unter Druck

    Im Dezember wurden in Deutschland 227.600 Pkw neu zugelassen. Nach schon erheblichen Einbrüchen in den Vormonaten schrumpfte auch im Dezember die Anzahl der Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat (−27 Prozent). Nach dem höchsten jemals erreichten Dezemberwert im Vorjahr führten im Dezember 2021 erhebliche Produktionsrückgänge aufgrund von mangelnder Verfügbarkeit von Vor- und Zwischenprodukten, insbesondere von Halbleitern, zum Einbruch der Absatzzahlen auf dem deutschen Pkw-Markt. Konnten in der ersten Jahreshälfte aufgrund des Lockdowns im Vorjahr noch signifikant positive Wachstumsraten erzielt werden, war die komplette zweite Jahreshälfte 2021 von Rückgängen im zweistelligen Prozentbereich geprägt. Im Gesamtjahr 2021 kam der Pkw-Inlandsmarkt auf ein Volumen von 2,6 Millionen Pkw und lag somit 10 Prozent unterhalb des ersten Coronajahres 2020.
     
    Die Elektro-Neuzulassungen (BEV, PHEV und FC) sanken im Dezember 2021, nachdem im Vorjahresmonat der höchste Monatswert überhaupt erreicht worden war, leicht um 2 Prozent auf ein Niveau von 81.200 Einheiten. Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden (PHEV) gingen um 16 Prozent zurück, rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) entwickelten sich mit einem Zuwachs von 11 Prozent weiterhin dynamisch. Der Anteil von Elektro-Pkw an den gesamten Neuzulassungen betrug im Dezember 35,7 Prozent. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Vormonat nochmals übertroffen. Im Jahresverlauf wurden 681.900 Elektro-Pkw neu zugelassen (+73 Prozent). Dies entspricht einem Elektroanteil von 26 Prozent für das Gesamtjahr 2021. In Deutschland war also mehr als jeder vierte neu zugelassene Pkw mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Deutsche Konzernmarken erreichten im Elektrosegment einen Marktanteil von 65 Prozent auf dem heimischen Markt.
     
    Im Dezember gingen bei den deutschen Herstellern 32 Prozent mehr Bestellungen aus dem Inland ein als im Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2021 liegt der inländische Auftragseingang 6 Prozent im Plus. Weniger positiv lief es im Auslandsgeschäft: Hier verbuchten die deutschen Hersteller im Dezember einen deutlichen Rückgang des Ordervolumens (−20 Prozent), im Gesamtjahr 2021 wurden allerdings insgesamt 2 Prozent mehr Pkw von Kundinnen und Kunden aus dem Ausland bestellt als noch im Jahr 2020.
     
    An den Standorten der Automobilhersteller in Deutschland liefen im Dezember 256.200 Pkw vom Band (−11 Prozent). Damit reduzierte sich das Produktionsniveau den siebten Monat in Folge in zweistelliger Höhe. Dementsprechend blieb die Pkw-Inlandsproduktion im Gesamtjahr 2021 mit 3,1 Millionen Einheiten deutlich unter dem coronabedingten Vorjahreswert (−12 Prozent) und erreichte das niedrigste Produktionsvolumen seit 1975.
     
    Ähnlich wie die Produktion entwickelte sich auch der Export: Im Dezember wurden 206.800 Pkw an Kunden aus aller Welt ausgeliefert (−11 Prozent). Im Gesamtjahr liegen die deutschen Pkw-Ausfuhren mit 2,4 Millionen Fahrzeugen ebenfalls klar im Minus (−10 Prozent).

      Dezember 2021 Januar–Dezember 2021
    Personenkraftwagen *) Anzahl Veränderung
    21/20 in %
    Anzahl Veränderung
    21/20 in %
    Neuzulassungen

    227.630

    -27 2.622.202 -10
      davon        
        dt. Marken inkl. Konzernmarken 146.800 -31 1.775.200 -12
        ausl. Marken 80.830 -18 846.900 -6
    darunter        
    Elektro (BEV,PHEV,FCEV) 81.220 -2 681.941 73
    Export 206.800 -11 2.378.400 -10
    Produktion 256.200 -11 3.104.600 -12

    *) zum Teil vorläufig

    Quelle: VDA/KBA

           
    Eva Siegfried
    Ansprechpartner

    Eva Siegfried

    Sprecherin