Neueste Version der Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 für mobile Roboter
Version 3.0 der VDA 5050 veröffentlicht
Pressemitteilung
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Die neueste Version der Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 für mobile Roboter ist veröffentlicht und steht open source auf GitHub zur Verfügung. Erstmals sind wesentliche Eigenschaften von frei navigierenden mobilen Robotern berücksichtigt.
Die Unterschiedliche mobile Roboter mit nur einer Leitsteuerung in einer gemischten Flotte betreiben – das ermöglicht die Kommunikationsschnittstelle VDA 5050. Sie schafft eine offene Grundlage für den herstellerübergreifenden Datenaustausch und unterstützt damit skalierbare Automatisierungskonzepte, die sowohl Systemanbieter als auch Betreiber von Logistikumgebungen benötigen. Mit Version 3.0 erweitern der VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik sowie der Verband der Automobilindustrie VDA e.V. die Schnittstelle nun so, dass auch mobile Roboter mit höheren Autonomiegraden besser integriert werden können. Der Veröffentlichung ging eine intensive Entwicklungsarbeit in den Arbeitsgruppen der beiden Verbände unter technischer Betreuung des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) voraus. Die bis Anfang Februar 2026 laufende öffentliche Kommentierungsphase auf dem GitHub brachte ebenfalls viel konstruktives Feedback, das mit in die neue Version eingeflossen ist.
„Die Version 3.0 der VDA 5050 schafft die Voraussetzungen, um den steigenden Anforderungen an Effizienz und Flexibilität im intralogistischen Materialfluss gerecht zu werden. Das Update bringt genau die Werkzeuge, die wir für die nächste Automatisierungsstufe von mobilen Robotern brauchen – und wird damit zu einem strategischen Baustein für die Zukunftsfähigkeit globaler Produktions- und Logistikumgebungen“, betont Dr. Marcus Bollig, VDA-Geschäftsführer.
„Der jetzige Stand der VDA 5050 ist das Ergebnis von 7 Jahren transparenter und praxisbezogener Entwicklungsarbeit. Sie ist ein Angebot an die Industrie und muss natürlich zu deren Anforderungen passen. Mit Version 3.0 wird die VDA 5050 zum Werkzeugkasten für mobile Roboter aller Art und deckt den aktuellen Technologiestand mobiler Robotik aus unserer Sicht gut ab. Wir sind sehr gespannt, wie sie sich in konkreten Anwendungen in Handel und Industrie bewährt“, sagt Andreas Scherb, Fachabteilung Mobile Robots im VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik.
Neuerungen der Version 3.0
Version 3.0 der VDA 5050 fungiert als Werkzeugkasten für Automatisierungsprojekte mit verschiedenen mobilen Robotern und einer Leitsteuerung. Dabei kann je nach Autonomiegrad der Roboter und den individuellen Projektanforderungen die passende Struktur ausgewählt werden.
Für mobile Roboter mit hohem Autonomiegrad wurde ein Zonen-Konzept für die freie Navigation eingeführt. Die Zonen definieren Bereiche mit bestimmten Regeln für die Bewegung der Roboter, etwa gesperrte Bereiche, Einbahnstraßen oder Bereiche, in denen die Leitsteuerung eine explizite Freigabe erteilen muss. Mit diesen Informationen planen die Roboter selbstständig ihre eigenen Routen zwischen den vorgegebenen Knotenpunkten. So kann die Leitsteuerung weiterhin beeinflussen, wo und wie sich Roboter bewegen, doch die detaillierte Wegplanung erfolgt auf dem Fahrzeug. Diese Pfade können die mobilen Roboter dann durch das sogenannte Path-Sharing mit der Leitsteuerung teilen, sodass diese weiterhin auf die Verkehrsführung Einfluss nehmen kann.
Weitere Neuerungen vereinfachen die Nutzung der Roboter. So können Fehlermeldungen der Roboter in den jeweils auf dem Fahrzeug hinterlegten Landessprachen ausgegeben werden. Mit der Ergänzung eines Power-Saving-Modes lassen sich mobile Roboter über eine standardisierte Aktion in einen Energiesparmodus versetzen oder auch reaktivieren.
Die bisherigen Konzepte mit vordefinierten Trajektorien und Korridoren zur Hindernisvermeidung sind auch in der Version 3.0 ein fester Bestandteil der Schnittstelle, um alle Arten von mobilen Robotern abzudecken.
Hintergrund zur VDA 5050
Die VDA 5050 ist eine offene Kommunikationsschnittstelle, die die Kommunikation zwischen einer Leitsteuerung und verschiedenen mobilen Robotern nach vereinheitlichten Parametern strukturiert. Sie ermöglicht es also, heterogene Flotten mit nur einer Leitsteuerung zu betreiben.
Das Entwicklerteam der VDA 5050 besteht derzeit aus Mitgliedern der Verbände VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik sowie aus Mitgliedern des Verbands der Automobilindustrie VDA e.V. unter technischer Betreuung des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Kontakt





Sprecherin
Katharina Sophie Bellstedt
Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Produktion, Logistik, Aftermarket