VDA-Kommentierung zum Salini-Bericht zur Überarbeitung der CO₂-Flottenregulierung

    VDA-Kommentierung zum

    Salini-Bericht zur Überarbeitung der CO₂-Flottenregulierung

    Berlin, 11. Mai 2026

    VDA-Präsidentin Hildegard Müller:

    „Der Vorschlag des Berichterstatters im Europäischen Parlament Massimiliano Salini zur Überarbeitung der CO₂-Flottenregulierung für Pkw und Vans setzt wichtige industrie- und klimapolitische Impulse für mehr Technologieoffenheit und notwendigen Realismus bei der Transformation der Automobilindustrie – insbesondere mit Blick auf die geopolitischen und wirtschaftlichen weltweiten Entwicklungen.

    Besonders positiv ist, dass Salini erneuerbare Kraftstoffe umfassend berücksichtigt und Fahrzeuge, die ausschließlich mit entsprechenden Kraftstoffen betrieben werden, als Nullemissionsfahrzeuge anerkennen will. Die EU hat dies bereits 2023 zugesagt, aber bisher nicht umgesetzt.

    Auch die vorgeschlagenen Anpassungen bei den Reduktionszielen sowie die geplante Aussetzung der Verschärfung des sogenannten Utility-Factors für Plug-in-Hybride gehen in die richtige Richtung. Der Utility-Factor legt fest, wie hoch der elektrische Fahranteil von Plug-in-Hybriden in der CO₂-Regulierung angerechnet wird. Die von Seiten der EU beabsichtigte Verschärfung würde viele Fahrzeuge regulatorisch schlechter stellen, Arbeitsplätze gefährden und Investitionen in bezahlbare, klimafreundliche Mobilität erschweren.

    Wichtig sind darüber hinaus die vorgeschlagenen zusätzlichen Flexibilitäten durch erweiterte Banking- und Borrowing-Mechanismen. Sie würden Herstellern ermöglichen, Zielerreichungen über mehrere Jahre hinweg flexibler auszugestalten und Investitionen besser planbar zu machen.  

    Der Bericht von Salvini verbindet damit Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit gleichermaßen. Entscheidend ist nun, dass das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten diesen pragmatischen Ansatz in den weiteren Beratungen unterstützen und zügig rechtssicher ausgestalten.“

    Kontakt

    Sprecher

    Benedikt Herzog-Wolbeck

    Schwerpunkt Wirtschaftspolitik & Handel