VDA-Kommentierung zur EU-Einigung über die Umsetzung des Zolldeals mit den USA

    VDA-Kommentierung zur EU-Einigung über die Umsetzung des

    Zolldeals mit den USA

    Berlin, 19. Mai 2026

    VDA-Präsidentin Hildegard Müller:

    „Es ist grundsätzlich gut, dass die EU mit Blick auf das US-Zollabkommen endlich eine Einigung erzielt hat. Die neu hinzugekommenen Schutzklauseln dürfen allerdings nicht dazu führen, dass die US-Seite das Abkommen aufkündigt. Beide Seiten sind daher nun aufgefordert, die Verhandlungen schnellstmöglich verlässlich zu finalisieren. Dazu gehört auch eine Rücknahme der zuletzt geäußerten neuen Zollandrohungen durch US-Präsident Donald Trump.

    Allerdings sorgen die neuen Schutzklauseln bei den Unternehmen weiterhin für Unsicherheit hinsichtlich der langfristigen Entwicklung. Denn die Zollpräferenzen im Rahmen des Deals laufen Ende 2029 aus, sofern sie nicht verlängert werden. Hier hätten wir uns eine längerfristige Rechts- und Planungssicherheit gewünscht, zu der insgesamt auch die US-Seite beitragen muss.

    Für unsere Unternehmen sind verlässliche Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Daher hat der VDA die 2025 verkündete Zollvereinbarung zwischen den USA und der EU grundsätzlich begrüßt. Gleichsam gilt: Auch die aktuell geltenden US-Zölle in Höhe von 15 Prozent für Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine spürbare Herausforderung für die deutsche Automobilindustrie dar. Darüber hinaus sind auch die sehr hohen zusätzlichen US-Zölle auf europäische Nutzfahrzeuge und deren Teile eine erhebliche Belastung für die betroffenen Unternehmen.

    Der Konflikt um Zölle mit den USA hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig eine starke europäische Wirtschaftskraft ist. Die EU muss die Bedingungen für Unternehmen und Investoren so gestalten, dass der europäische Standort im globalen Wettbewerb wieder an Attraktivität gewinnt. Zudem gilt es, den Abschluss von Freihandelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften mit möglichst vielen Regionen der Welt mit hohem Tempo, Entschlossenheit und Pragmatismus voranzutreiben."

    Kontakt

    Sprecher

    Benedikt Herzog-Wolbeck

    Schwerpunkt Wirtschaftspolitik & Handel