VDA-Kommentierung zur Unterzeichnung der Joint Declaration of Intent der Testfeldinitiative

    VDA-Kommentierung zur

    Unterzeichnung der Joint Declaration of Intent der Testfeldinitiative

    Berlin, 07. Juni 2026

    VDA-Geschäftsführer Dr. Marcus Bollig:

    „Die Unterzeichnung der Joint Declaration of Intent ist ein gutes Signal für den Hochlauf des autonomen Fahrens in Europa. Die deutsche und europäische Automobilindustrie verfügt über die technologische Kompetenz. Es ist überfällig, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa dabei Schritt halten.

    Fakt ist: Für die erfolgreiche Skalierung von Level-4-Anwendungen braucht es grenzüberschreitend nutzbare Regeln, harmonisierte Verfahren und eine stärkere gegenseitige Anerkennung von Zulassungen. Europa darf und kann sich beim autonomen Fahren keine regulatorischen Insellösungen leisten. Wer autonome Mobilität skalieren will, braucht einen einheitlichen europäischen Rahmen für Genehmigung, Erprobung und Betrieb. Grenzüberschreitende Testfelder sind dafür ein Baustein und können helfen, autonome Mobilität schneller in die Praxis zu bringen. Positiv ist, dass die Initiative auch die Einbindung europäischer Industrie- und Technologiepartner sowie die Stärkung der industriellen Wertschöpfung und Resilienz des europäischen Ökosystems berücksichtigt.

    Jetzt kommt es darauf an, die Absichtserklärung schnell in konkrete Maßnahmen zu überführen – von einheitlichen Rahmenbedingungen über digitale Infrastruktur bis hin zur Unterstützung großskaliger Erprobungs- und Demonstrationsprojekte. Allein wird die Absichtserklärung die bestehenden regulatorischen Herausforderungen nicht lösen – sie sollte daher den Auftakt für weitergehende Schritte bilden. Europa darf beim autonomen Fahren keine Zeit verlieren – auch mit Blick auf den internationalen Wettbewerb.

    Generell gilt: Autonomes Fahren wird dort erfolgreich sein, wo Innovation auf Skalierbarkeit trifft. Dafür braucht Europa weniger regulatorische Fragmentierung, mehr Harmonisierung und eine enge Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten. Die Initiative kann hierfür ein erster Baustein sein.“

    Kontakt

    Sprecherin

    Katharina Sophie Bellstedt

    Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Produktion, Logistik, Aftermarket