VDA-Kommentierung zum
EU-Steueromnibus
VDA-Präsidentin Hildegard Müller:
„Überbordende Steuerbürokratie, Doppelregulierungen und immer neue Compliance-Pflichten belasten Unternehmen in Europa und Deutschland zunehmend und schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht nur der Automobilindustrie. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken und Beschäftigung zu sichern, müssen die steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen dringend verbessert werden.
Der heute von der Europäischen Kommission vorgelegte Steueromnibus ist ein wichtiger erster Schritt hin zu einer einfacheren und wettbewerbsfähigeren Unternehmensbesteuerung. Positiv sind insbesondere die geplanten Vereinfachungen für international tätige Unternehmen – etwa durch weniger Meldepflichten, einfachere steuerliche Regelungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen und praxistauglichere Vorgaben für Unternehmensfinanzierungen. Dadurch können Bürokratiekosten sinken und Unternehmen mehr Spielraum für Investitionen erhalten. Die Vorschläge bieten die Chance, Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren und den europäischen Binnenmarkt und Wirtschaftsstandort zu stärken.
Gleichzeitig darf die Initiative nicht das Ende der Bemühungen sein. Sie muss vielmehr der Beginn eines umfassenden Reformprogramms sein. Neben den EU-Institutionen steht insbesondere die Bundesregierung in der Verantwortung: Sie muss die Vorschläge der Kommission in den anstehenden Verhandlungen auf europäischer Ebene aktiv unterstützen, auf zusätzliche nationale Verschärfungen verzichten und die überfälligen Reformen im eigenen Land umfassend vorantreiben. Erforderlich ist ein konsequenter Kurswechsel hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit – mit einem international wettbewerbsfähigen Steuersystem, niedrigeren Energiekosten, weniger Bürokratie, schnelleren Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren sowie besseren Investitionsbedingungen für Unternehmen.“
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Sprecher
Benedikt Herzog-Wolbeck
Schwerpunkt Wirtschaftspolitik & Handel