Fakten zur E-Mobilität

    10 spannende Fakten über die Elektromobilität

    Pressemitteilung

    Berlin, 29. Juli 2026

    Die Elektrozulassungen steigen und immer mehr Menschen denken darüber nach, sich ein E-Auto anzuschaffen. Als Verband der Automobilindustrie (VDA) haben wir hier die wichtigsten Fakten, Daten und Zahlen zusammengetragen.


    VDA-Präsidentin Hildegard Müller:

    „Die E-Mobilität wird immer beliebter, immer mehr Menschen in Deutschland fahren ein E-Auto – und sind vom Fahrerlebnis begeistert. Gleichzeitig sind leider viele trotzdem noch skeptisch und unsicher, ob sie sich ein E-Auto anschaffen sollen. Dies hat mitunter mit mangelnder Erfahrung mit der E-Mobilität zu tun, oder mit der praktischen Frage, wie die spezifischen Ladebedingungen sind. Es gibt aber auch den ein oder anderen Irrglauben, der sich hartnäckig hält. Ich bin daher überzeugt: Aufklärung und Fakten helfen, um noch mehr Menschen von der E-Mobilität zu überzeugen. Das ist unser Ziel. Gleichzeitig gilt: Es gibt natürlich auch berechtigte Bedenken, zum Beispiel bezüglich des Ladeangebots oder der Ladestrompreise. Hier braucht es mehr Engagement insbesondere der Politik und z.B. der Energiewirtschaft. Besonders wichtig: öffentliche Lademöglichkeiten müssen ausgebaut, die Stromnetze ertüchtigt und der Preis für Ladestrom gesenkt werden."

    1. Viele Strecken lassen sich problemlos mit dem E-Auto zurücklegen

    Die Reichweite eines E-Autos ist abhängig von der Batteriegröße, die je nach Fahrzeugklasse zwischen weniger als 30 kWh und mehr als 100 kWh variieren kann. Damit lassen sich Reichweiten von etwa 200 bis über 700 km erreichen. Dank technologischer Fortschritte werden immer höhere Reichweiten erreicht. Aktuelle Spitzenmodelle haben sogar Reichweiten von bis zu 900 km und, je nach Fahrweise, sind bei einigen Modellen mit nur einem Ladestopp über 1.000 Kilometer auf der Autobahn möglich (Quelle: Deutsche Automobil Treuhand).

    Darüber hinaus gilt, dass die Reichweite – wie beim Verbrenner auch – von Faktoren wie Fahrstil, Außentemperatur, Klimatisierungsanforderung oder Beladung abhängig ist. Viele Menschen schätzen auch ihren Bedarf falsch ein. 95 Prozent aller Strecken, die im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt werden, sind unter 50 Kilometer lang – eine Distanz, die sich mit praktisch allen E-Modellen problemlos zurücklegen lässt. Und bei langen Fahrten, zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub, kann man mit einer Planung der Reise für Sicherheit sorgen.

    Zudem bieten, ganz besonders für jene, die bei der Kaufentscheidung für ein E-Auto vielleicht noch zögern, Plug-In-Hybride eine zusätzliche Lösung. Hier gilt: Bei kurzen Strecken kann problemlos elektrisch gefahren werden, bei langen Strecken oder wenn mal gerade keine Lademöglichkeit besteht, schaltet ein effizienter Verbrennungsmotor zu.

    2. Spitzenmodelle sind in maximal 20 Minuten fast voll geladen

    Die Dauer des Ladevorgangs hängt beim öffentlichen Laden wesentlich vom zur Verfügung stehenden Ladepunkt ab. An einer sogenannten AC-Ladesäule (bis 22 kW) dauert der Ladevorgang – je nach Modell – in der Regel zwischen 2 bis 5 Stunden. Hier lässt sich das E-Auto also bequem über Nacht laden oder während der Arbeitszeit. Doch nicht immer hat man so viel Zeit. Sogenannte DC-Ladesäulen (50-350 kW) ermöglichen deshalb das Schnellladen, hier ist der Pkw in unter einer Stunde zu 80 Prozent geladen. Gute Nachrichten: Mit neuen Spitzenmodellen lädt man sogar in unter 20 min die Batterie zu etwa 80 Prozent auf (Quelle: EV Database).

    Und auch wenn beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland noch viel zu tun ist, gilt: Es gibt hierzulande immer mehr öffentliche Ladepunkte. Rund 206.000 sind es aktuell (Stand 1. Juni 2026). Davon sind gut 53.000 Schnellladepunkte. Und wer zu Hause, auf der Arbeit oder beim Einkaufen laden kann, lädt quasi nebenbei und ohne Zeitverlust.

    3. Batterien halten lange

    Moderne Batterien für Elektrofahrzeuge sind so konzipiert, dass sie hunderte Ladezyklen überstehen können, ohne dass ihre nutzbare Kapazität und damit ihre Reichweite signifikant sinkt. Das bedeutet, dass Fahrer ihr Elektroauto viele Jahre lang nutzen können, ohne die Batterie austauschen zu müssen. Bereits heute gilt: In der Regel sind in Europa Batteriegarantien von mindestens 70 Prozent der ursprünglich nutzbaren Kapazität nach 8 Jahren Nutzung oder 160.000 Kilometer Laufleistung üblich. In der Praxis haben E-Autos aber auch nach dieser Zeit meist eine höhere Kapazität zwischen 80 und 90 Prozent. Künftig gilt zudem eine EU-Richtlinie: Gemäß Euro-7-Norm müssen Batterien nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern-Laufleistung mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen und nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern mindestens 72 Prozent.

    Ohnehin zeigen aktuelle Studien (Quelle: P3-Studie), dass die Batterien – abhängig vom individuellen Nutzungsverhalten – auch deutlich länger halten. Die meisten getesteten Batterien weisen selbst nach mehr als 200.000 Kilometern Laufleistung noch eine Restkapazität von über 80 Prozent auf. Und selbst bei hohen Laufleistungen, die 200.000 Kilometer übersteigen, bleibt die nutzbare Restkapazität stabil. Das gilt übrigens auch bei der Nutzung des sog. bidirektionalen Ladens. Die Technik ermöglicht es E-Autos, nicht nur Strom aufzunehmen, sondern auch wieder abzugeben. So kann zum Beispiel nicht benötigte Energie aus der Batterie ins Hausnetz des Nutzers eingespeist werden.

    4. E-Autos verursachen über den gesamten Lebenszyklus deutlich weniger Treibhausgase als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge

    Tatsächlich entstehen bei der Produktion von E-Autos zunächst höhere CO2-Emissionen als bei vergleichbaren Verbrennern. Hintergrund ist, dass die Produktion der Batterie energie- und ressourcenintensiv ist. Über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs ändert sich das Bild aber. Wissenschaftliche Untersuchungen/Studien (Quelle: Batterien für Elektroautos: Antworten auf die wichtigsten Fragen - Fraunhofer ISI) zeigen, dass Elektroautos in Deutschland heute über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Herstellung über die Nutzung bis zum Recycling – rund 40 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge. Wer sein Fahrzeug mit Grünstrom lädt, verbessert die Bilanz noch weiter und kann die Emissionen um bis zu 70 Prozent reduzieren. Das Gute: Die Umweltbilanz von E-Autos wird mit jedem Fortschritt in der Batterieproduktion, beim Recycling und durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in der Stromproduktion immer besser.

    5. Ohne Werkstattbesuch: Over-the-air-Software Updates halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand

    Es ist richtig, dass die technische Entwicklung bei E-Autos besonders schnell voran geht. Manche befürchten deshalb, ein E-Auto könnte bereits wenige Jahre nach dem Kauf digital veraltet sein. Es stimmt zwar, dass die Digitalisierung im Fahrzeug seit Jahren immer bedeutsamer wird – das gilt aber unabhängig vom Antrieb. Das Gute: Sogenannte Over-the-air-Software Updates ermöglichen drahtlose Software-Aktualisierungen ohne Werkstattbesuch und halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand. Egal, ob es sich um ein Elektrofahrzeug oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor handelt. Damit bleiben gebrauchte E-Fahrzeuge ebenso auf dem Stand der Technik wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

    6. Mit dem E-Auto lässt sich sogar Geld verdienen

    Das bidirektionale Laden steigert die Attraktivität der E-Mobilität durch niedrigere Ladekosten, hebt Erlöspotenziale an den Strommärkten und kann die Netzstabilität erhöhen. Für die deutsche Automobilindustrie gilt: Wir haben den Anspruch, beim bidirektionalen Laden Vorreiter und Technologieführer zu sein und die Unternehmen investieren erhebliche Summen, um das bidirektionale Laden flächendeckend im Markt zu etablieren. Im laufenden Jahr 2026 werden seitens der deutschen Hersteller bereits 20 verfügbare Fahrzeugmodelle für die Rückspeisung in das Stromnetz vorbereitet sein. Und in den kommenden Jahren erwarten wir eine weitere deutliche Steigerung der im Markt verfügbaren Fahrzeugmodelle – vorausgesetzt, die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. Wir sind überzeugt: Gelingt eine entsprechende Flankierung durch Regulierung, kann sich Deutschland zum Leitmarkt für das bidirektionale Laden entwickeln. Die gute Nachricht: Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet diese Entwicklung, dass sich mit dem mobilen Speicher E-Auto zukünftig sogar Geld verdienen lässt.

    7. E-Mobilität auch bei Nutzfahrzeugen mit großen Potenzialen

    Die E-Mobilität spielt nicht nur bei Pkw eine zunehmend wichtige Rolle. Auch im Straßengüterverkehr ist die Transformation zur klimaneutralen und digitalen Mobilität der Zukunft von Seiten der Fahrzeughersteller sowie der Zulieferer in voller Fahrt. Denn im Bereich der Nutzfahrzeuge gibt es großes Potenzial für den Klimaschutz, knapp 30 Prozent der CO2-Emissionen auf Europas Straßen werden durch den Schwerlastverkehr verursacht. Die deutschen Hersteller bieten für alle Fahrzeugkategorien CO2-neutrale, innovative Lösungen an. Überzeugen kann man sich davon zum Beispiel bei der IAA TRANSPORTATION, die im September in Hannover stattfinden wird. Bereits heute sind batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern verfügbar und erste Wasserstofffahrzeuge erreichen 700 bis 800 Kilometer Reichweite.

    8. Deutsche Hersteller treiben Elektromobilität entschlossen voran 

    Die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie - Hersteller wie Zulieferer - treiben den Wandel zur klimaneutralen und digitalen Mobilität mit beeindruckenden Innovationen und großen Investitionen entschlossen voran. In den Jahren 2026 bis 2030 investieren sie weltweit etwa 320 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung, die Elektromobilität spielt hier eine besonders große Rolle. Weitere ca. 220 Mrd. Euro fließen in Sachinvestitionen, darunter den Umbau von Werken. Deutschland ist heute weltweit der zweitgrößte Standort für die Produktion von E-Autos. Allein im vergangenen Jahr (2025) wurden hierzulande 1,7 Mio. E-Pkw gefertigt, davon allein 1,2 Mio. rein-batterie-elektrische BEV. Und der Anteil der E-Pkw an der Gesamt-Pkw-Produktion ist in Deutschland besonders groß: 2025 waren gut vier von zehn Pkw, die hierzulande gefertigt wurden, E-Pkw (40,2 Prozent). Hinzu kommt: Die deutschen Hersteller bieten immer mehr E-Modelle an. Allein auf dem deutschen Markt sind es derzeit rund 110 verschiedene E-Modelle, weltweit etwa 160. Damit überzeugen sie die Menschen – ganz besonders auf dem Heimatmarkt: Die zehn am häufigsten in Deutschland zugelassenen E-Pkw-Modelle im Jahr 2025 stammen alle von deutschen Herstellern und Konzernmarken. Und der Blick auf den Elektromarkt des laufenden Jahres zeigt, dass knapp zwei von drei E-Autos, die in Deutschland neu zugelassen werden, von einem deutschen Automobilhersteller stammen. In Europa ist es fast jedes zweite. Grundlage und Voraussetzung für die bedeutende Rolle, die die deutsche Automobilindustrie auch bei der E-Mobilität innehat, ist deren große Innovationskraft: Im deutschen Ranking zu Patentanmeldungen kamen 2025 alle Top-10-Unternehmen aus der Automobilindustrie (Quelle: DPMA | 10.03.2026).

    9. Mögliche Brände: E-Autos ebenso sicher wie Verbrenner

    Auch wenn sich die falsche Behauptung wacker hält, gilt: Das Brandrisiko bei einem Elektroauto ist nicht höher als bei einem Verbrenner (Quelle: Brennen E-Autos wirklich öfter? Zahlen und Fakten). In der Regel benötigt die Brandbekämpfung bei Fahrzeugbränden mit Beteiligung von Lithium-Ionen-Akkus zwar eine längere Löschdauer und einen höheren Löschmittelbedarf, die besondere Handhabung und Einsatztaktik ist von Feuerwehreinsatzkräften aber bereits entsprechend erarbeitet worden und wird angewendet. Als Basis hierfür dienen die von den Automobilherstellern in gemeinsamer Arbeit – u.a. mit den Feuerwehren, dem ADAC und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – erstellten Rettungsdatenblätter sowie Hinweise für die Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus bei Fahrzeugbränden. Darüber hinaus wurde unter der Federführung des VDAs eine gemeinsame Handlungsempfehlung zum fachgerechten Umgang mit verunfallten oder abgebrannten batterieelektrischen Fahrzeugen erstellt, die sich u.a. an Abschleppdienste, Sicherheitsbehörden und Fachwerkstätten richtet.

    10. E-Autos beschleunigen rasch – und sind nicht langsamer als Verbrenner

    Elektroautos beschleunigen schnell, da Elektromotoren ihr volles Drehmoment sofort nutzen können und die Leistung sofort abrufbar ist. E-Sportwagenmodelle können in unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und grundsätzlich Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 300 km/h erreichen. Viele E-Autos sind jedoch – je nach Modell meist bei zwischen 160 und 200 km/h – elektronisch abgeregelt, um den stark ansteigenden Stromverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten in Grenzen zu halten und die Reichweite zu erhöhen. Darüber hinaus gibt es bei einigen Herstellern, wie auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, eine freiwillige Selbstbeschränkung bei der Höchstgeschwindigkeit.

    Übrigens: In einigen Regionen dürfen E-Fahrzeuge mit E-Kennzeichen Sonderfahrstreifen (Busspuren) benutzen oder bekommen Erleichterungen beim Parken – und kommen so schneller ans Ziel. Darüber hinaus sparen Menschen mit E-Autos künftig Zeit, weil die Umweltplakettenpflicht für E-Autos wegfällt. Das macht Sinn. Erstens, weil Fahrzeuge mit E-Kennzeichen grundsätzlich als schadstoffarm gelten. Und zweitens, weil es Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter von unnötigem Aufwand entlastet.

    Pressestelle

    Eva Siegfried

    Leiterin des Fachgebiets & Sprecherin, Schwerpunkt Volkswirtschaft, Statistik und VDA-Ladenetz-Rankings