Kommentierung
VDA-Präsidentin Hildegard Müller zur heute veröffentlichten Festlegung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL)
VDA-Präsidentin Hildegard Müller:
„Mit der heute veröffentlichten Festlegung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL) hat die Bundesnetzagentur den Weg dafür bereitet, dass das bidirektionale Laden in Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte werden kann. Mit der endgültigen Beseitigung der Doppelbelastung bei den Stromnebenkosten ist nun ein entscheidender Schritt in Richtung Massenmarkt für das bidirektionale Laden getan. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass sich Innovationen in Deutschland durchsetzen und Regelungen entsprechend verbraucherfreundlich gestaltet werden können.
Entscheidend ist, dass die Bundesnetzagentur das Messkonzept für die Abschaffung der Doppelbelastung nun einfach und massenmarkttauglich ausgestaltet: So könnten bidirektionale Ladepunkte ohne eigene Photovoltaikanlage künftig ein sog. ‚Ein-Zähler-Modell’ nutzen. Genauso hat die Bundesnetzagentur für den Umgang mit andernorts geladenem Strom eine pragmatische Lösung gefunden, die die Wirtschaftlichkeit des bidirektionalen Ladens nicht unnötig einschränkt.
Die Automobilindustrie hatte in den vergangenen Wochen konkrete Vorschläge für einfache und praxistaugliche Regeln vorgelegt. Dass die Bundesnetzagentur diese Argumente aufgegriffen und das nun vorgestellte Messkonzept substanziell überarbeitet hat, ist ein Beweis dafür, dass gute Argumente und pragmatische Lösungen gemeinsam gefunden und auf den Weg gebracht werden können. Entscheidend ist jetzt, dass die Netzbetreiber die neuen Vorgaben nun auch schnell und bundesweit einheitlich umsetzen.
Einen ähnlich pragmatischen Ansatz braucht es nun auch in den laufenden parlamentarischen Beratungen zum EEG 2027. Die flexible Rückspeisung aus bidirektionalen Elektrofahrzeugen darf nicht durch pauschale Begrenzungen der Einspeiseleistung ausgebremst werden.
Denn klar ist: Bidirektionales Laden ist eine entscheidende Zukunftstechnologie für Elektromobilität und Energiesystem. Dafür braucht es einen regulatorischen Rahmen, der einfach, skalierbar und massenmarkttauglich ist. Nur so können Verbraucherinnen und Verbraucher von den finanziellen Vorteilen profitieren und das volkswirtschaftliche Potenzial bidirektionaler Elektrofahrzeuge für erneuerbare Energien und die Stabilisierung der Stromnetze voll ausgeschöpft werden.“





Sprecherin
Felicia Fullbrecht
Schwerpunkt Technik, Antriebe der Zukunft & Elektromobilität, Nutzfahrzeuge und IAA MOBILITY & TRANSPORTATION