Kommentierung

    VDA-Geschäftsführer Dr. Rudolf Bencker zur Reform der Normenverordnung

    Berlin, 05. Oktober 2026

    VDA-Geschäftsführer Dr. Rudolf Bencker: 

    „Normen und Standards sind in der Automobilindustrie ein strategisches Instrument, um Innovationen zu fördern, technologische Entwicklungen schneller in den Markt zu bringen und Europas Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir grundsätzlich die vorgesehene Reform der Normenverordnung.    

    Positiv hervorzuheben sind dabei insbesondere die vorgesehenen Maßnahmen zur Beschleunigung von Normungsprozessen, denn so können Standards schneller bereitgestellt werden.    

    Gleichzeitig kommt es jedoch bei der konkreten Ausgestaltung der Regelungen auf die richtige Balance an: Das Ziel, Normung als strategisches Element stärker zu nutzen, darf das bewährte Prinzip 'international first' nicht infrage stellen. Denn klar ist: Internationale Normen von ISO und IEC sind eine zentrale Voraussetzung für offene Märkte und globale Wettbewerbsfähigkeit.    

    Ebenso wichtig: Die richtige Beschleunigung der Normungsprozesse darf nicht einseitig zulasten der beteiligten Wirtschaftsakteure erfolgen. Fristen für die Erarbeitung von Normen müssen weiterhin die notwendigen Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse berücksichtigen.    

    Darüber hinaus müssen Transparenz und freiwillige Beteiligung als Grundprinzipien der Normungsarbeit erhalten bleiben. Transparente Prozesse bei der Erarbeitung von Normen und Standards sind in der Automobilindustrie gelebte Praxis.    

    Nicht zuletzt darf die Autonomie der europäischen Normungsorganisationen (ESO) durch die Neuordnung der Normenverordnung nicht weiter eingeschränkt werden. Ihre Rolle bleibt für die Leistungsfähigkeit des europäischen Normungssystems unverzichtbar.“

    Sprecherin

    Felicia Fullbrecht

    Schwerpunkt Technik, Antriebe der Zukunft & Elektromobilität, Nutzfahrzeuge und IAA MOBILITY & TRANSPORTATION