Kommentierung
VDA-Präsidentin Hildegard Müller zur Vereinbarung zwischen EU und China
VDA-Präsidentin Hildegard Müller:
„Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland, Europa und China sind eine langjährige Erfolgsgeschichte, die in den Ländern Wohlstand, Wertschöpfung und Beschäftigung geschaffen haben. Für die deutsche Automobilindustrie ist China dabei nicht nur ein wichtiger Absatz- und Bezugsmarkt, sondern auch ein bedeutender Innovationsstandort. Gleichzeitig haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Im Handel mit China sind in den vergangenen Jahren Ungleichgewichte entstanden.
Die heute im Rahmen der Gespräche zwischen der Europäischen Union und China erzielte Verständigung ist ein erstes positives Signal und Ausdruck der Bereitschaft beider Seiten, bestehende Herausforderungen im Dialog zu adressieren. Der VDA begrüßt ausdrücklich alle Fortschritte, die dazu beitragen, handelspolitische Spannungen abzubauen und verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu schaffen. Eine abschließende Bewertung der Vereinbarungen ist jedoch erst möglich, wenn die konkreten Inhalte, Rahmenbedingungen und Auswirkungen auf die Automobilindustrie im Detail bekannt sind. Entscheidend wird sein, ob die erzielten Ergebnisse zu fairen Wettbewerbsbedingungen beitragen, Planungssicherheit schaffen und den offenen sowie regelbasierten Handel stärken.
Gegenüber China setzt der VDA auch weiterhin auf einen Dreiklang. Die politische Priorität muss bei der Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes liegen. Das sichert Wachstum, Beschäftigung und das politische Gewicht gegenüber Partnern gleichermaßen. Differenzen sind durch einen engen Austausch in den verschiedenen Dialogformaten zu klären. Sollte es dennoch zu Marktverzerrungen durch WTO-widriges Verhalten kommen, besitzt die Europäische Union WTO-konforme Instrumente, die auf ein Level-Playing-Field abzielen. Die deutsche Automobilindustrie setzt sich weiter engagiert für fairen und regelbasierten Handel ein. Handelsschutzinstrumente sind ab einem bestimmten Punkt der Wettbewerbsverzerrung einsetzbar, müssen aber eng mit der betroffenen Industrie auch hinsichtlich ihrer Folgen abgeschätzt werden. Abschottung und protektionistische Maßnahmen bergen immer die Gefahr, handelspolitische Konflikte zu verschärfen und eine global aufgestellte Branche wie die Automobilindustrie erheblich zu belasten.“
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Simon Schütz
Abteilungsleiter