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Wissmann: Technologieoffener Ansatz richtig – Kunden brauchen europaweites Tankstellen-Netz – Erdgas

Berlin, 24. Januar 2013

EU-Kommission stellt Strategie zu alternativen Kraftstoffen vor

„Der Weg `weg vom Öl` wird nicht über eine einzelne Technik führen, sondern eine Vielfalt unterschiedlicher Ansätze beinhalten. Deswegen ist es richtig, dass die EU-Kommission die breite Palette alternativer und umweltfreundlicher Antriebe und Kraftstoffe in den Blick nimmt“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) anlässlich der heute von Verkehrskommissar Siim Kallas vorgestellten EU-Strategie zu alternativen Kraftstoffen. Damit würden die Anstrengungen der Industrie sinnvoll flankiert. Wissmann: „Da heute noch völlig offen ist, welches Antriebskonzept technisch, ökonomisch und ökologisch das überzeugendste sein wird, setzt die deutsche Automobilindustrie nicht nur auf eine Karte, sondern verfolgt verschiedene Optionen: Optimierung des Benziners und Clean Diesels, Hybridantriebe, Erdgas, Brennstoffzelle und natürlich das batteriebetriebene „reine“ Elektroauto. Allein in den kommenden drei bis vier Jahren investieren deutsche Hersteller und Zulieferer rund 12 Milliarden Euro in alternative Antriebe.“

Eine Schlüsseltechnologie für die Mobilität der Zukunft sei die Elektromobilität. Damit Elektroautos für den Kunden attraktiv sind, müssten sie genauso alltagstauglich sein wie herkömmliche Pkw. „Mit der Vorgabe der Kommission für einen einheitlichen Stecker wird das elektrische Fahren auch über nationale Grenzen hinweg einfach, praktikabel und sicher. So kann jedes Auto überall an allen Ladesäulen jederzeit aufgeladen werden“, so der VDA-Präsident.

Der Aufbau der Elektro-Tankstellen solle parallel zum Markthochlauf erfolgen. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) prognostiziert für Deutschland einen Bedarf von etwa 8.500 öffentlichen Ladesäulen im Jahr 2015, von 60.000 in 2017 und von 150.000 in 2020. Weitere Erkenntnisse über das Ladeverhalten und den Bedarf von Ladesäulen sollen auch die vier sogenannten Schaufensterregionen bringen. In diesen Testfeldern in Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen und Bayern/Sachsen werden in den kommenden drei Jahren das Nutzerverhalten und das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien im Alltag sowie neue Geschäftsmodelle erforscht werden.

Wissmann: „Die Autofahrer in Europa werden sich in Zukunft nur dann für innovative Antriebskonzepte entscheiden, wenn sie keine Angst haben müssen, an der Landesgrenze stehen zu bleiben, weil es im Nachbarstaat keine entsprechenden Tankstellen gibt. Deswegen ist es richtig, dass die EU-Kommission die Grundversorgung mit alternativen Kraftstoffen europaweit vorantreiben will.“

Insbesondere der Erdgasantrieb habe kurzfristig enormes Potenzial. Obwohl die Fahrzeuge verfügbar sind, liegt ihr Marktanteil in Deutschland bei unter 1 Prozent. „Die deutschen Hersteller bieten bereits heute rund 15 Erdgasmodelle an, 2013 werden weitere auf den Markt kommen. Erdgasfahrzeuge sind die günstigste Art, Auto zu fahren und außerdem besonders umweltfreundlich, weil sie ein Viertel weniger CO2 ausstoßen als vergleichbare Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor“, sagte der VDA-Präsident. In Deutschland gibt es derzeit rund 900 Tankstellen, an denen Erdgas erhältlich ist. Darüber hinaus können die meisten angebotenen Modelle sowohl mit Benzin als auch mit Erdgas betrieben werden. „Um das Erdgasauto aus seiner Nische herauszuholen, brauchen wir ein dichteres Tankstellennetz, hierzu kann die Initiative der Kommission einen wertvollen Beitrag leisten“, so Wissmann.

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