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Wissmann: Brüssel stellt Weichen für aerodynamischen Lkw der Zukunft

Berlin/Brüssel, 15. April 2013

Die EU-Kommission will den Weg frei machen für aerodynamische Lkw. Sie hat dazu heute einen Richtlinienentwurf vorgelegt, der neue Abmessungen von Lkw zulässt. Außerdem soll der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw möglich werden. Dazu erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): „Mit diesem Entwurf öffnet die Kommission die Türen zu einem noch klimafreundlicheren Straßengüterverkehr der Zukunft. Durch die Änderungen der Maße und Gewichte bei Lkw stellt Brüssel die Weichen für aerodynamisch optimierte und energieeffizientere Lkw.“

Im Lkw-Fernverkehr geht ein wesentlicher Teil des Kraftstoffverbrauchs auf den Luftwiderstand zurück. Durch eine bessere Aerodynamik sind substanzielle Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch möglich. Wissmann begrüßte diese Vorschläge als „ganzheitlichen Ansatz, um Effizienz und Nachhaltigkeit im Straßengüterverkehr zu steigern. Eine neue Gesetzgebung ist die Grundlage, damit die Industrie den Lkw der Zukunft bauen kann.“ Um Lkw windschnittiger zu machen, will die Kommission unter anderem eine Verlängerung der Lkw-Anhänger um bis zu 2 Meter zulassen. So können aerodynamische Heckklappen angebracht werden, die den Luftstrom über den gesamten Lastzug verbessern. Wissmann wies aber auch darauf hin, dass die Bedingungen für eine aerodynamische Verlängerung der Lkw im Detail praxisnah und umsetzbar ausgestaltet werden müssten. Auch die Entwicklungszyklen der Hersteller sollten berücksichtigt werden.

Für Lkw mit alternativen Antrieben will die Kommission das zulässige Gesamtgewicht erhöhen. Wissmann: „Auch bei Lkw und Bussen werden in Zukunft zumindest teilweise Hybrid- oder Elektroantriebe Einzug halten.“ Durch die neuen Antriebe werden die Fahrzeuge jedoch häufig schwerer sein als herkömmliche Lkw. Die Kommission will dem Rechnung tragen und bis zu 1 Tonne Mehrgewicht für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb ermöglichen. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit alternative Antriebe auch in Nutzfahrzeugen eingesetzt werden können und zwar ohne Nutzlastverlust. Der Vorschlag sollte technologieneutral sein, um alle alternativen Antriebe und Kraftstoffe umfassend zu berücksichtigen“, so der VDA-Präsident.

Wissmann begrüßte auch die Entscheidung zum grenzüberschreitende Einsatz von Lang-Lkw von der EU: „Das ist ein pragmatischer Schritt, um den Güterverkehrs in Europa noch sparsamer zu machen. Der grenzüberschreitende Einsatz von Lang-Lkw wird zu weiteren Kraftstoffeinsparungen beitragen.“ Der VDA-Präsident betonte zudem: „Der Lang-Lkw hat sich als echter Öko-Laster bewiesen. Er kann deutlich zu den notwendigen Effizienzsteigerungen auch im Straßengüterverkehr beitragen.“ Die Erfahrungen beim Feldversuch in Deutschland seien durchweg positiv: Die Fahrzeuge sind bislang unfallfrei und sicher im Straßenverkehr unterwegs. Speditionen berichten von Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch von bis zu 30 Prozent. „Der Lang-Lkw hat die Argumente seiner Kritiker im Praxistest längst widerlegt“, sagte Wissmann.

 

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