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Wissmann: Elektromobilität ist auf der Straße angekommen

Berlin, 27. Mai 2013

„Das elektrische Fahren ist heute keine Vision mehr, sondern Realität. Tausende Fahrzeuge rollen bereits auf unseren Straßen, bis zum Ende des kommenden Jahres werden die deutschen Hersteller mindestens 16 elektrifizierte Serien-Modelle zum Verkauf anbieten“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der Internationalen Konferenz der Bundesregierung „Elektromobilität bewegt weltweit“. „Jede einzelne Fahrzeugentwicklung hat viele Millionen gekostet. Mit diesen Investitionen sichern die deutschen Hersteller und Zulieferer hierzulande Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Deutschland hat die Chance, bei der Elektromobilität vorne weg zu fahren, denn der heimische Markt bietet erhebliches Potenzial. Wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weiter so an einem Strang ziehen, haben wir beste Voraussetzungen, um den Produktionsstandort Deutschland auch für das Automobil der Zukunft zu einem Kernland zu machen.“

Die deutsche Automobilindustrie treibe ihre Forschungsaktivitäten mit aller Kraft voran. „In den kommenden drei bis vier Jahren investieren unsere Unternehmen rund 12 Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe. Das entspricht 40 Prozent der Investitionen in den gesamten Antriebsstrang“, so Wissmann. Indem die Bundesregierung die enormen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Industrie mit langfristig angelegten Anstrengungen bei Hochschule, Forschungsinstituten und Pilotprojekten begleite, stärke sie den Industrie-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland. „Die Mittel fließen in notwendige Grundlagenforschung, Entwicklung neuartiger Verfahren, Qualifizierung von Mitarbeitern sowie in den Aufbau von Pilotanlagen. Eine solche Forschungsförderung ist seit jeher klassische Aufgabe der öffentlichen Hand“, erklärte der VDA-Präsident.

Noch sei der Markt auf einem niedrigen Niveau, verzeichne aber hohe Zuwachsraten. So haben sich die Verkäufe von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen seit 2007 jährlich verdoppelt. Wissmann unterstrich: „Mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden. Deswegen kommt es entscheidend darauf an, die beschlossenen Maßnahmen konsequent einzuführen und die Projekte zügig zu starten.“ Zudem sei ein einheitliches europäisches Wettbewerbsumfeld ebenso nötig wie ein Fahrplan Elektromobilität für die kommenden Jahre, damit die Industrie bei ihren Investitionen Planungssicherheit habe.

Zu Beginn seien vor allem die Fuhrparks wichtig, um der Elektromobilität einen Schub zu geben, denn das gesamte Firmenwagensegment umfasst rund ein Drittel aller Pkw-Neuzulassungen. „Hier erwarten wir zuerst einen Anstieg der Nachfrage. Damit sowohl Bund, Länder und Gemeinden sowie die Privatwirtschaft mit einer erheblichen Zahl in die Beschaffung gehen, sollte der auf den Weg gebrachte Nachteilsausgleich bei der Firmenwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge rasch umgesetzt werden“, sagte Wissmann. „Außerdem plädieren wir dafür, nicht nur dem Nutzer, sondern auch den Unternehmen, welche die durch den hohen Preis der Batterie derzeit noch recht teuren Fahrzeuge anschaffen, bei der Besteuerung entgegenzukommen. Hier wären bessere Abschreibungsmöglichkeiten der richtige Weg, um solche Investitionen voranzutreiben.“

Die Elektromobilität sei eine echte Querschnittsaufgabe. „Sie ist weder im Sprint noch im Alleingang zu bewältigen. Die Herausforderung besteht darin, eine nachhaltige und wirtschaftlich konkurrenzfähige Lösung zu finden, die den Ansprüchen unserer Kunden genügt“, so der VDA-Präsident. Dazu leisteten die sogenannten Schaufensterregionen einen wichtigen Beitrag, indem sie Elektromobilität sichtbar und für den Nutzer erfahrbar machen. Zur Erprobung des elektrischen Fahrens hat die Bundesregierung die Einrichtung von vier „Schaufenstern“ beschlossen. Diese Testfelder in Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen und Bayern/Sachsen werden drei Jahre lang mit insgesamt 180 Millionen Euro gefördert. Sie sollen Erkenntnisse über das Nutzerverhalten und das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien im Alltag liefern sowie neue Geschäftsmodelle testen. Zu den Forschungsvorhaben zählen die intelligente Elektrifizierung von gewerblichen Flotten, die Vernetzung von Mobilitätsangeboten durch IT-Angebote sowie die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für das Schnell- und Normalladen im öffentlich zugänglichen Bereich.

Mit Blick auf die geplante europäische CO2-Regulierung, die derzeit in Brüssel verhandelt wird, sagte Wissmann: „Kluge Regulierung sollte stimulieren und nicht strangulieren. Indem man besonders verbrauchsarme Fahrzeuge auf den CO2-Flottendurchschnitt eines Herstellers mehrfach anrechnet, treibt man die Entwicklung dieser umweltfreundlichen Technologien voran. Intelligent ausgestaltet, sind diese sogenannten Supercredits ein wirksames Instrument zur Förderung von Innovationen, das dem Fiskus keine Kosten verursacht und gleichzeitig dem Umweltschutz dient.“

 

 

 

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