Natürlich können Autos zum Klimaschutz beitragen

Berlin, 09. Dezember 2020

VDA kritisiert EU-Vorhaben, Mobilität künftig allein mit Schiffen, Zügen und Strom bewältigen zu wollen, als nicht nachhaltig und an der Lebensrealität der EU-Bürger vorbei. Die EU muss Energieimporte auf E-Fuels umstellen.

Zu der geplanten Mobilitätsstrategie der Europäischen Kommission sagt die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie Hildegard Müller:

„Die EU-Kommission setzt in ihrer Mobilitätsstrategie viel zu einseitig auf Schiffe und Züge. In der Realität ist aber nach wie vor die Straße der wichtigste Ort für die individuelle Mobilität der Menschen und die Logistik. Sie wird auch in Zukunft einen wichtigen Anteil haben. Schiffe und Züge werden den Mobilitätsbedarf der Menschen alleine nicht bewältigen können, wie soll das gehen? Vor diesem Hintergrund erstaunt uns, dass die großen Chancen zur Steigerung der Effizienz im Straßenverkehr durch Digitalisierung und Vernetzung nur oberflächlich und allgemein behandelt wird.

Auch die Aussagen zur Entwicklung der Mobilität in Stadt und Land bleiben sehr allgemein. Auch hier wird das Auto noch gebraucht. Moderne Systeme zur Verkehrslenkung und zur Stärkung der intermodalen Vernetzung können den Verkehr in der Stadt effizienter und klimafreundlicher machen. Die Mitteilung lässt nicht erkennen, wie ein optimiertes Zusammenspiel der Verkehrsträger - einschließlich des Autos - konkret gestaltet werden soll. Die besonderen Herausforderungen, die dies an die Infrastruktur und die Vernetzung stellt, werden nicht behandelt.

Dabei brauchen wir doch gerade jetzt massive Investitionen in die digitalen Netzwerke, wir brauchen die rechtliche Ermöglichung für autonomes Fahren und natürlich die Lade-Infrastruktur. Die geplanten drei Millionen öffentlichen E-Ladepunkte in Europa bis 2025 reichen bei weitem nicht aus, um alle neuen E-Autos zu versorgen. Hier brauchen wir energische Anstrengungen auf allen Ebenen in ganz Europa, um die Infrastruktur für PKW und Nutzfahrzeuge massiv auszubauen.

Wir haben in ganz Europa 270 Mio. Pkw und 42 Mio. Nutzfahrzeuge im Einsatz. Und deshalb brauchen wir neben dem Aufbau der Elektromobilität E-Fuels. Nur mit E-Fuels können alle Fahrzeuge, die jetzt schon zugelassen sind und noch dazu kommen werden, einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen leisten. Diese Realität darf eine nachhaltige und intelligente Mobilitätsstrategie nicht ignorieren. Auch Wasserstoff wird gerade bei den Nutzfahrzeugen eine sehr wichtige Rolle spielen.

Deswegen sollte die Mobilitätsstrategie der EU den Einsatz von E-Fuels auch im Straßenverkehr fördern und die Klimaschutzpotenziale dieser Technologie auch im Straßenverkehr nutzen."

 

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