Pkw-Neuzulassungen im Juli erneut rückläufig, Produktion und Exporte legen weiter zu

    Berlin, 02. August 2022

    Vorkrisenniveaus noch weit entfernt – Elektro-Neuzulassungen nur leicht unter Vorjahresniveau

    In Deutschland wurden im Juli 205.900 Pkw neu zugelassen und damit 13 Prozent weniger als im Juli des vergangenen Jahres. In den ersten sieben Monaten des aktuellen Jahres wurden insgesamt 1,4 Mio. Neufahrzeuge zugelassen, das sind gut 11 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 besteht im aktuellen Jahresverlauf ein Absatzdefizit in Höhe von 34 Prozent. Das entspricht 737.900 Einheiten. Weiterhin dämpfen der Mangel an Vor- und Zwischenprodukten, die hohen Rohstoffpreise sowie die allgemeine Verunsicherung aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine den Markt und die Produktion.

    Die Elektro-Neuzulassungen sanken im Juli im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um gut 5 Prozent auf 52.600 Einheiten. Der Anteil von Elektro-Pkw an den gesamten Neuzulassungen lag im abgelaufenen Monat bei 25,5 Prozent. Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) stiegen im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 13 Prozent, die Neuzulassungen von Plug-In-Hybriden (PHEV) gaben um 21 Prozent nach. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 359.000 Elektro-Pkw zugelassen. Das sind 2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit entwickelt sich der Markt für Elektro-Pkw im bisherigen Jahresverlauf besser als der Pkw-Gesamtmarkt.

    Der Auftragseingang aus dem Inland ist auch im Juli gesunken und lag um 32 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn gingen 1 Prozent weniger Aufträge ein als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der ausländische Auftragseingang legte erstmals seit Juni 2021 zu. Hier ist ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Betrachtet man jedoch die ersten sieben Monate des aktuellen Jahres, gingen bei den deutschen Herstellern insgesamt 12 Prozent weniger Aufträge von Kunden aus dem Ausland ein.

    Die Pkw-Produktion in Deutschland ist im Juli den dritten Monat in Folge gestiegen: Die deutschen Hersteller fertigten 263.400 Pkw (+7 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden 1,9 Mio. Pkw in Deutschland produziert, 2 Prozent weniger als in den Monaten Januar bis Juli des Vorjahres. Das Produktionsniveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 ist noch weit entfernt und wurde im aktuellen Jahresverlauf um 32 Prozent unterschritten.

    Mit 209.600 exportierten Neufahrzeugen lag der Export im Juli dieses Jahres um 18 Prozent oberhalb des schwachen Vorjahresniveaus. Im Jahresverlauf wurden knapp 1,5 Mio. fabrikneue Pkw exportiert. Das sind 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 wird um 31 Prozent unterschritten.

    Personenkraftwagen*)
     Juli 2022 Veränderung 22/21 in % Januar–Juli 2022 Veränderung 22/21 in %
    Neuzulassungen 205.900 -13 1.443.900 -11
    davon
    dt. Marken inkl. Konzernmarken 141.500 -14 989.600 -13
    ausl. Marken 64.400 -11 454.300 -7
    darunter
    Elektro (BEV, PHEV, FCEV) 52.570 -6 359.000 -3
    Export 209.600 18 1.465.500 -3
    Produktion 263.400 7 1.940.400 -2
    *) z. T. vorläufig
    Eva Siegfried
    Pressestelle

    Eva Siegfried

    Sprecherin, Schwerpunkt Volkswirtschaft, Statistik und VDA-Ladenetz-Rankings