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    Marktentwicklungen

    Folgen der Coronakrise auf die Automobilindustrie

    Die Umsätze der gesamten deutschen Automobilindustrie sanken 2020 um 13 Prozent auf 379,3 Milliarden Euro – das geringste Niveau seit dem Jahr 2014.

    Die Umsätze der gesamten deutschen Automobilindustrie sanken 2020 um 13 Prozent auf 379,3 Milliarden Euro – das geringste Niveau seit dem Jahr 2014.

    Umsatzdaten der Automobilindustrie, OEMs und Zulieferer

    Im Kontext eines beispiellosen Einbruchs von Produktion und Export der Automobilindustrie am Standort Deutschland gingen auch die Umsätze der inländischen Betriebe deutlich zurück. Gegenüber dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2019 sanken die Erlöse um 13 Prozent auf 379,3 Milliarden Euro – das geringste Niveau seit dem Jahr 2014. Der deutlichste Einbruch wurde im zweiten Quartal mit −46 Prozent verzeichnet.

    Allerdings erlösten die Betriebe im vierten Quartal wieder ein Plus von neun Prozent. Insgesamt bezifferte sich der Umsatz mit inländischen Kundinnen und Kunden auf 136,4 Milliarden Euro und ging mit elf Prozent etwas weniger stark zurück als die Exporterlöse. Diese sanken um 14 Prozent und erreichten einen Wert von 242,9 Milliarden Euro. Darunter unterschritten die Umsätze mit den Ländern außerhalb der Eurozone das Vorjahresniveau um zwölf Prozent und beliefen sich auf 170,6 Milliarden Euro. Mit der Eurozone erlösten die Betriebe 72,3 Milliarden Euro – 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

    Umsatzdaten der OEMs

    Aufgrund des geringeren Produktions- und Exportvolumens sowie der Rückgänge am inländischen Pkw- und Nutzfahrzeugmarkt konnten die Hersteller von Kraftwagen und -motoren ihre Erlöse im vergangenen Jahr nicht steigern. Sie erlösten 297,4 Milliarden Euro (−14 Prozent) und unterschritten damit erstmals seit 2014 die Schwelle von 300 Milliarden Euro. Dabei setzten sie vor dem Hintergrund der rückläufigen inländischen Marktentwicklung 89,7 Milliarden Euro in Deutschland um (−11 Prozent).

    Die Exporterlöse sanken mit 15 Prozent auf 207,7 Milliarden Euro deutlicher als der Inlandsumsatz. Das Geschäft außerhalb des Euroraums schrumpfte um zwölf Prozent auf 152,8 Milliarden Euro. Mit der Eurozone setzten die Unternehmen der Herstellergruppe 54,9 Milliarden Euro und damit etwa ein Fünftel (−21 Prozent) weniger um als 2019.

    Umsatzdaten der Zulieferer

    Im Jahr 2020 verbuchten die Automobilzulieferer zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzrückgang. Sie erlösten 70,9 Milliarden Euro und erzielten damit den niedrigsten Wert seit 2013. Dies entspricht einem Rückgang von elf Prozent. Dabei verblieb das Geschäft mit den ausländischen Kunden zehn Prozent unterhalb des starken Vorjahresniveaus. Die Exporterlöse beliefen sich auf 30,3 Milliarden Euro.

    Im Zusammenhang mit einer gesunkenen Pkw-Inlandsproduktion unterschritt der Inlandsumsatz den Wert des Jahres 2019 um zwölf Prozent (40,6 Milliarden Euro). Unter den Zulieferern erreichten die Hersteller von elektrischen und elektronischen Ausrüstungen für Kraftwagen 2020 ein Umsatzvolumen in Höhe von 8,2 Milliarden Euro (−15 Prozent). Die Hersteller von sonstigen Teilen und sonstigem Zubehör für Kraftwagen erlösten mit 62,6 Milliarden den Löwenanteil der Kfz-Zulieferindustrie (−11 Prozent).

    Umsatzdaten der Hersteller von Anhängern und Aufbauten

    Nach dem Minus im Vorjahr mussten die deutschen Hersteller von Anhängern und Aufbauten 2020 erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen. Sie erreichten das geringste Niveau seit 2014. Die Betriebe erlösten elf Milliarden Euro – ein Minus von neun Prozent. Allerdings stieg der Umsatz im vierten Quartal bereits wieder um neun Prozent.

    Im abgelaufenen Jahr entwickelte sich das Geschäft mit den inländischen Kunden deutlich besser als die Exporterlöse. Der Inlandsumsatz sank um sechs Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Die Auslandsumsätze gaben mit 13 Prozent deutlich stärker nach und beliefen sich auf 4,9 Milliarden Euro. Dabei sanken die Exporterlöse mit dem Euroraum um 16 Prozent auf knapp 2,7 Milliarden Euro, während mit dem sonstigen Ausland rund 2,3 Milliarden Euro beziehungsweise minus zehn Prozent umgesetzt wurden.

    Ansprechpartnerin

    Doreen Hüls

    Referentin Automobilprognosen, Internationale Nutzfahrzeugkonjunktur, US-Light-Vehicle-Markt, Forschung und Entwicklung

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