Neuzulassungen Pkw und E-Pkw

    Deutscher Pkw-Markt in schwierigem Fahrwasser

    2021 ist der deutsche Pkw-Markt auf das niedrigste Niveau im wiedervereinigten Deutschland gefallen.

    2021 ist der deutsche Pkw-Markt auf das niedrigste Niveau im wiedervereinigten Deutschland gefallen.

    2021 schloss der Pkw-Markt mit 2,6 Millionen Neuzulassungen 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Es war der zweite zweistellige Rückgang in Folge, nachdem das Marktvolumen bereits 2020 ausgelöst durch die Corona-Pandemie mit 2,9 Mio. Neufahrzeugen um 19 Prozent zurückgegangen war. Nach einem schwachen Start im Januar und Februar, wurden von März bis Juni hohe Wachstumsraten erzielt. Dies war allerdings vor allem auch durch die niedrigen Zulassungszahlen aus dem Jahr 2020 begünstigt. Damals waren im Zuge der ersten Corona-Welle starke staatliche Maßnahmen durchgesetzt worden, die den Pkw-Handel temporär lahmgelegt hatten.

    Die zum Jahreswechsel 2020/2021 ausgelaufene Mehrwertsteuersenkung dämpfte die Entwicklung der Pkw-Märkte hingegen, da es zu einem merklichen Vorzugseffekt kam, der dafür sorgte, dass Kunden ihre Neufahrzeuge 2020 und nicht 2021 kauften. In der zweiten Jahreshälfte lief der Basiseffekt durch die niedrigen Neuzulassungszahlen der ersten Corona-Welle aus und gleichzeitig begannen die Engpässe in den Lieferketten sich stärker auf den Märkten auszuwirken. Insbesondere der Halbleitermangel bewirkte ein verknapptes Angebot für einen deutlich rückläufigen Markt. Während die Neuzulassungen in der ersten Jahreshälfte noch um 15 Prozent zugelegt hatten, gingen sie in der zweiten Jahreshälfte um 28 Prozent zurück.

    Haltergruppen

    Die Neuzulassungen der Haltergruppen spiegelten im Jahr 2021 die Entwicklung aus der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2020. Während die Neuzulassungen von gewerblichen Haltern 2021 leicht um 4 Prozent zulegen konnten, gingen die Neuzulassungen privater Halter deutlich um 7 Prozent zurück. Hier wirkte sich unter anderem auch die verminderte Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte 2020 aus, die zu deutlichen Vorzugseffekten unter privaten Haltern führte. Der Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass private Halter stärker auf die gesenkte Mehrwertsteuer reagieren.

    Antriebsarten

    Auch 2021 hat sich der Wandel der Antriebsstränge in den Pkw-Neuzulassungen klar fortgesetzt. Während die Zahl der abgesetzten Benziner und Diesel erneut deutlich zurückging, stieg das Neuzulassungsvolumen von Pkw mit alternativen Antrieben um fast 390.000 Fahrzeuge. Besonders stark war die Wachstumsdynamik bei rein elektrisch angetriebenen Pkw (BEV, +83 Prozent) und Plug-In Hybriden (PHEV, +62 Prozent).

    Im Verlauf des Jahres sank die Dynamik der Neuzulassungen von Elektro-Pkw (BEV, PHEV und Fuel Cells) jedoch deutlich. In der ersten Jahreshälfte legten sie noch um 233 Prozent zu, in der zweiten Jahreshälfte lag der Zuwachs nur noch bei 23 Prozent. Bremsend wirkten zudem der Basiseffekt aufgrund der ausgelaufenen Mehrwertsteuererhöhung, sowie das infolge des Halbleitermangels verknappte Angebot und die hohen Wartezeiten.

    Herstellerländer

    Die Fahrzeuge deutscher Konzernmarken stehen weiterhin hoch in der Gunst der Kunden. Im vergangenen Jahr lag ihr Marktanteil bei 67,7 Prozent. Absolut wurden 1,8 Mio. Neufahrzeuge mit „deutschem Logo“ angemeldet. Mit 243.900 neuzugelassenen Neufahrzeugen stehen französische Hersteller unter den Importeuren weiter hoch im Kurs. Ihr Marktvolumen sank mit 14 Prozent etwas stärker als der Gesamtmarkt. Ihr Marktanteil sank geringfügig vom 9,7 auf 9,3 Prozent.

    Mit 216.200 Neufahrzeugen brachten japanische Hersteller etwas weniger Pkw an den Kunden als im Vorjahr. Ihr Absatz ging um 12 Prozent zurück, sodass sich ihr Marktanteil auf 8,2 Prozent senkte (Vorjahr: 8,4 Prozent). Koreanische Hersteller konnten 2021 ein leichtes Wachstum auf 174.000 Neufahrzeuge realisieren. Ihr Absatz legte somit um 2 Prozent zu. Ihr Marktanteil stieg deutlich von 5,9 auf 6,6 Prozent. Mit 89.000 Pkw ging der Absatz von Fahrzeugen italienischer Hersteller um 7 Prozent zurück. Ihr Marktanteil stieg leicht von 3,3 auf 3,4 Prozent.

    Fahrzeugsegmente

    Trotz des insgesamt schwachen Jahresverlaufs konnte das größte Segment unter den Neuzulassungen, die SUV bzw. Geländewagen, ihre dominierende Stellung mit wachsenden Neuzulassungen ausbauen. Ihr Neuzulassungsvolumen legte um 2 Prozent zu, lag aber noch um 170.000 Einheiten unter dem Rekordniveau von 2019. Ihr Marktanteil stieg von 31,8 auf 36,1 Prozent. Einen deutlichen Sprung machten zudem die Kleinstwagen, deren Anteil von 5,0 auf 6,4 Prozent anstieg. 

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