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    Standards und Normungen

    So sicher machen Normen Ihr Auto

    Mithilfe umfassender Messtechniken und Evaluationen arbeitet die Automobilindustrie akribisch daran, Unfallgefahren einzudämmen. Normen und Standards sind dabei zentral.

    Mithilfe umfassender Messtechniken und Evaluationen arbeitet die Automobilindustrie akribisch daran, Unfallgefahren einzudämmen. Normen und Standards sind dabei zentral.

    Sicherheit aus allen Richtungen denken

    Normung und Standardisierung im Bereich Fahrzeugsicherheit ist ein wichtiger Bestandteil in der Fahrzeugentwicklung. Es werden Standards sowohl für die aktive als auch für die passive Fahrzeugsicherheit erarbeitet. Im Hinblick auf die Weiterentwicklungen im Bereich des automatisierten und autonomen Fahrens kommen Projekte zu ethischen Leitlinien hinzu.

    Standards, die unter diesen Aspekten erarbeitet werden, werden durch das Gremium NA 052-00-36 AA „Fahrzeugsicherheit“ koordiniert. Folgende Themengebiete werden durch spezialisierte Arbeitskreise unterhalb des NA 052-00-36 AA „Fahrzeugsicherheit“ abgedeckt:

    Kinderrückhaltesysteme

    Die Sicherheit von Kindern im Fahrzeug bedarf besonderer Testverfahren unter spezifischen Voraussetzungen. Insbesondere Standards hinsichtlich der Verankerung und Befestigung von Rückhaltesystemen sowie zur Minderung von Risiken des Fehlgebrauchs werden permanent dem Stand der Technik angepasst. Davon eingeschlossen, sind Methoden und Kriterien für eine Bewertung der Bedienung von Kinderrückhaltesystemen und von deren Anschluss an Fahrzeugverankerungssysteme standardisiert.

    Messtechnik

    Messtechnische Daten sind wichtige Erhebungsmittel für die Test- und Prüfverfahren in der Fahrzeugsicherheit. Zur Datenerhebung für die verschiedenen Prüflabore und für die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten wurden und werden entsprechende Standards geschaffen. Diese werden ergänzt durch standardisierte Messverfahren, Erhebungsmethoden und Datenaustauschformate zu Aufprallversuchen und Sicherheitstests.

    Dummytechnik, Biomechanik und Beinprüfkörper für Fußgänger

    Für den Insassenschutz in Kraftfahrzeugen gibt es standardisierte Testverfahren für Front-, Heck- und Seitenaufprallversuche. Dummys werden im Rahmen von Crashtests genutzt, um die Auswirkungen der beim Unfall auf den menschlichen Körper einwirkenden Kräfte ermitteln und einschätzen zu können. Für diese Testverfahren spielen die Gestaltung, der Aufbau, die Beschaffenheit sowie die Leistungsbeschreibung der Dummys eine große Rolle. Gleiche Voraussetzungen für Dummys und die Testumgebung werden durch entsprechende Normen und Standards erreicht.

    Analog zum Insassenschutz ist es für den Fußgängerschutz ebenfalls notwendig, dass entsprechende Prüfkörper und Testverfahren entwickelt und standardisiert werden. Um Testverfahren für den Insassen- und Fußgängerschutz zu entwickeln, arbeiten Fahrzeughersteller, Zulieferer sowie Institutionen und Labore, die Fahrzeugsicherheitstests und -prüfungen durchführen, zusammen.

    Unfallanalyse, Retten und Bergen

    Zur Fahrzeugsicherheit gehört auch Unfallanalyse. Damit unfallbezogene Daten vergleichbar und bewertbar erfasst werden können, wurden entsprechende Standards geschaffen. Diese Normen dienen auch der Verkehrsunfallanalyse.

    Um die Arbeit von Rettungsdiensten bei der Unfallversorgung zu erleichtern, gibt es standardisierte Rettungsdatenblätter. Diese enthalten Hinweise zur Lage kritischer Bauteile (spannungsführende Leitungen, Kraftstofftanks), zur Trennung der Antriebsenergiespeicher (Traktionsbatterie) vom Hochvoltbordnetz und zu Ansatzpunkten von Rettungsgeräten (Blechscheren). Diese Rettungsdatenblätter gelten weltweit und müssen regelmäßig dem Stand der Entwicklungen angepasst werden.

    Verkehrssicherheit

    Zur Bewertung der Sicherheit von Verkehrsmanagement- und Regelsystemen wurden entsprechende Standards geschaffen. Diese dienen den Behörden und Betreibern von Verkehrsmanagementsystemen als Leitfaden für die sichere Planung und Auslegung.

    Diese Standards umfassen auch Hinweise zur Reduzierung der Zahl schwerer Verkehrsunfälle und zur Reduzierung des Unfallrisikos insgesamt. 

    Ein weiterer Managementstandard die Organisation und Sicherheit von Pendelverkehren mit dem Ziel der Reduzierung von Wegeunfällen und deren Auswirkungen. 

    Mit zunehmender Einführung automatisierter Fahrfunktionen werden auch ethische Aspekte im Fall von Gefahrensituationen diskutiert. Es wird an einem standardisierten Leitfaden für die Berücksichtigung ethischer Aspekte bei der Auslegung autonomer Fahrzeuge gearbeitet.

    Ansprechpartnerin

    Stephanie Eckert

    Teamassistenz Normung und Regelwerke

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