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    Zulieferer und Mittelstand

    Die deutsche Zulieferindustrie im globalen Wettbewerb unterstützen

    Die deutsche Automobilzulieferindustrie beschäftigt über 300.000 Menschen. Mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen kann die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

    Die deutsche Automobilzulieferindustrie beschäftigt über 300.000 Menschen. Mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen kann die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

    Mittelstand: Rückgrat der deutschen Wirtschaft

    Die deutsche Automobilzulieferindustrie steht mit ihren 300.000 Beschäftigten wie kaum eine andere Branche für Innovationsgeist, globale Präsenz und Leistungsfähigkeit. Dabei ist die Branche alles andere als homogen. Hier treffen Familienunternehmen und kleine und mittlere Unternehmen auf Weltkonzerne, Chiphersteller auf Stahlverarbeiter, Unternehmen mit Dutzenden von globalen Standorten auf kleine Spezialisten, die mit 100 Beschäftigten an der Zukunft der Mobilität tüfteln. Genauso individuell, wie diese Unternehmen sind, müssen die Antworten auf die Zukunftsfragen für jedes einzelne Unternehmen ausfallen. Und dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten.

    In Deutschland und der Welt zu Hause

    Das betrifft vor allem den Standort Deutschland: Er ist und bleibt Heimat der Zulieferunternehmen und auch Produktions- und Entwicklungsschwerpunkt. Dennoch ist die Antwort auf die Standortfrage kein Automatismus mehr. Bereits heute wird die Mehrzahl der Teile, die von Fahrzeugherstellern in den deutschen Werken verbaut werden, aus dem Ausland eingeführt. Eine kluge Wirtschaftspolitik muss daher berücksichtigen, dass gerade der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Automobilindustrie bildet, aber gleichzeitig global wettbewerbsfähig sein muss.

    Die Internationalisierung ist für Hersteller und Zulieferer unverzichtbar. Die deutschen Hersteller treffen gerade an ihren Auslandsstandorten immer mehr auf internationale Zulieferer. Um den wirtschaftlichen Erfolg und den Standort Deutschland zu sichern, ist es deswegen unerlässlich, dass auch mittlere und kleine Unternehmen in neue Märkte expandieren. Mit über 3.000 Standorten weltweit ist die Zulieferindustrie so stark internationalisiert wie die Automobilhersteller. Allein in den vergangenen Jahren sind rund 700 Auslandsstandorte dazugekommen, die Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) produzieren in fast 80 Ländern.

    Die Weichen für globale Wettbewerbsfähigkeit stellen

    Der VDA setzt sich für politische Rahmenbedingungen ein, die die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller und Zulieferer sichern und weiter ausbauen. Denn nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sind investitions- und innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und den nachhaltigen Erfolg von Unternehmen. Das betrifft vor allem die Arbeitskosten, aber auch die Vermögensgrundlagen der Familienunternehmen und Mittelständler in Deutschland. Sie brauchen eine faire und nachhaltige Besteuerung von Vermögen und bürokratische Entlastungen, um trotz hoher Arbeitskosten in Deutschland global wettbewerbsfähig zu sein.

    Besonders in der aktuellen Transformation der Automobilindustrie vom Verbrenner hin zu neuen Antrieben und durch die Digitalisierung der Mobilität auf allen Ebenen müssen sich vor allem viele Unternehmen der Zulieferindustrie neu aufstellen. Dazu gehören Umstrukturierungen, Unternehmensnachfolgen und Standortveränderungen, die große Investitionen erfordern. Hohe Steuern auf Vermögen, Erbschaften und Wegzüge erschweren diese Investitionen und schwächen die Zulieferer bei der Bewältigung und Gestaltung der Transformation.

    Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind leistungsfähige Infrastrukturen für Verkehr und Digitales im ländlichen und suburbanen Raum eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg der deutschen Zulieferindustrie. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Regionen in Deutschland hängt in erheblichem Maße von der Prosperität der dort aktiven Unternehmen ab, die innovative regionale Wertschöpfungsnetzwerke bilden, Arbeitsplätze sichern und schaffen und die Grundlage für lebenswerte Regionen bilden.

    Alle Faktoren berücksichtigen

    Familienunternehmen und der Mittelstand bilden in hoher Zahl Menschen aus und weiter. Sie tragen entscheidend zum insgesamt hohen Ausbildungsniveau in Deutschland bei. Umso wichtiger sind gute Schulbildung sowie Fachhochschulen und Hochschulen, die praxisnah und in Kooperation mit der Wirtschaft die Voraussetzungen für einen ausreichenden Fachkräftenachwuchs schaffen.

    Nicht zuletzt hängt der Erfolg der deutschen Automobilzulieferer und -hersteller auch von fairen Handelsbeziehungen ab. Der VDA engagiert sich für einen freien Welthandel und gute Investitionsbedingungen weltweit.

    Der automobile Mittelstand in Deutschland, geprägt von zahlreichen Familienunternehmen und Stiftungen, handelt weitsichtig. Das unternehmerische Wirken der Unternehmen ist ausgerichtet auf kommende Generationen, es sichert Beschäftigung, Standorte und Regionen. Dafür setzt sich der VDA ein.

    Sebastian Brunkow
    Ansprechpartner

    Sebastian Brunkow

    Leiter des Fachgebiets Mittelstandspolitik und Wertschöpfungsketten

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