Innovation und Technik

Automatisiertes Fahren

Der technologische Fortschritt zeigt sich bereits heute in modernen Fahrzeugen, die vermehrt Fahrerassistenzsysteme (FAS) besitzen, auf dem Weg zur Automatisierung.

Innovationsführerschaft der deutschen Automobilindustrie

Die Mobilitätssysteme stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen: Globalisierung und Urbanisierung lassen das Verkehrsaufkommen rapide anwachsen und könnten Verkehrssysteme an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. So werden im Jahr 2050 schon 70 Prozent aller Menschen in Städten leben. Die Zahl der Automobile wird sich verdoppeln. Automatisierung und Vernetzung bieten jedoch die Chance, diese globalen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, weil Autofahren damit effizienter, sicherer und umweltverträglicher wird. 

Oberstes Ziel ist es, den Verkehr noch sicherer zu machen. Die Herausforderung liegt darin, dies auch mit dem steigenden Verkehrsaufkommen, vor allem in den sogenannten Megacitys, zu schaffen. In Deutschland ist die Entwicklung positiv: Seit 1993 ist die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr um 23 Prozent, die Zahl der Verkehrstoten sogar um 66 Prozent gesunken. Und das, obwohl die Fahrleistung, also die Summe der von Fahrzeugen zurückgelegten Strecken, im gleichen Zeitraum um 23 Prozent stieg. Der Grund: Autos sind immer sicherer geworden, auch und vor allem dank der Fahrerassistenzsysteme. In anderen westlichen Ländern sind die Entwicklungen ähnlich.

Automatisiertes Fahren macht den Verkehr aber nicht nur sicherer, sondern auch effizienter und komfortabler. Ein optimierter Verkehrsfluss und weniger Staus bewirken eine entscheidende Verminderung von CO2-Emissionen. Gerade in Rushhour- Zeiten erhält der Fahrer von automatisierten Pkw und Nutzfahrzeugen eine neugewonnene Freiheit und Qualität des Fahrens. Auch das Einparken kann er dem Auto überlassen. Kurz: Automatisierte Fahrfunktionen unterstützen den Fahrer und bieten ihm deutlich mehr Fahrkomfort und Handlungsfreiräume.

Bei allem Fortschritt der Automatisierung bleibt der Fahrer mündig. Genauso wie er sich heute schon entscheiden kann, ob er ein Assistenzsystem in seinem Fahrzeug haben möchte, kann er auch während des Fahrens entscheiden, ob er ein vorhandenes Assistenzsystem wie einen Abstandsregeltempomaten nutzen will.

Zu den automatisierten Fahrfunktionen gehören u. a. das „Fahren auf der Autobahn", das beim hochautomatisierten Fahren bis zu einer definierten Geschwindigkeit auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen Anwendung finden wird. Der Fahrer aktiviert auf Wunsch das System und muss es nicht dauerhaft überwachen. Er wird somit entlastet und in bestimmten Fällen rechtzeitig zur Übernahme der Fahraufgabe aufgefordert. Beim vollautomatisierten Fahren muss der Fahrer das System überhaupt nicht mehr überwachen. In ferner Zukunft wird in Städten durch die Fahrfunktion „Fahren in der Stadt" das Fahren auf verschiedenen Strecken völlig ohne Fahrereingriff möglich sein. So kann die Fahrzeit frei gestaltet werden.

Automatisiertes Fahren in Deutschland

Es liegt auf der Hand, dass weitere Innovationen erprobt werden müssen, so zum Beispiel die Ausweitung der Anwendung automatisierter Funktionen im urbanen Umfeld. Die Bundesregierung hat daher erste Initiativen ergriffen, zum Beispiel das Digitale Testfeld Autobahn, das um städtische Testfelder erweitert werden soll.

Die deutschen Hersteller und Zulieferer wollen ihre Innovationsführerschaft beim automatisierten und vernetzten Fahren weiter ausbauen. 

Auch die Bundesregierung hat in ihrer Strategie zum automatisierten und vernetzten Fahren das Ziel ausgegeben, Deutschlands Vorreiterrolle bei dieser Technologie zu sichern. Das automatisierte und vernetzte Fahren soll auf die Straße gebracht werden: über den Probebetrieb und die Entwicklung zur Serienreife bis zur Regelzulassung. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat dafür folgende Handlungsfelder definiert, in denen die nötigen Voraussetzungen für die neue Technologie geschaffen werden sollen: Infrastruktur, Recht, Innovation, Vernetzung sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.

Henry Kuhle
Henry Kuhle Senior Consultant Koordinierungsstelle automatisiertes/fahrerloses Fahren und Vernetzung

Tel: +49 30 897842-421  
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