Innovation und Technik

Automatisiertes Fahren

Der technologische Fortschritt zeigt sich bereits heute in modernen Fahrzeugen, die vermehrt Fahrerassistenzsysteme (FAS) besitzen, auf dem Weg zur Automatisierung.

Innovationsführerschaft der deutschen Automobilindustrie

Die Mobilitätssysteme stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen: Globalisierung und Urbanisierung lassen das Verkehrsaufkommen rapide anwachsen und könnten Verkehrssysteme an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. So werden im Jahr 2050 schon 70 Prozent aller Menschen in Städten leben. Die Zahl der Automobile wird sich verdoppeln. Automatisierung und Vernetzung bieten jedoch die Chance, diese globalen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, weil Autofahren damit effizienter, sicherer und umweltverträglicher wird. Die deutschen Hersteller und Zulieferer wollen ihre Innovationsführerschaft beim automatisierten und vernetzten Fahren weiter ausbauen. 

Auch die Bundesregierung hat in ihrer Strategie zum automatisierten und vernetzten Fahren das Ziel ausgegeben, Deutschlands Vorreiterrolle bei dieser Technologie zu sichern. Das automatisierte und vernetzte Fahren soll auf die Straße gebracht werden: über den Probebetrieb und die Entwicklung zur Serienreife bis zur Regelzulassung. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat dafür folgende Handlungsfelder definiert, in denen die nötigen Voraussetzungen für die neue Technologie geschaffen werden sollen: Infrastruktur, Recht, Innovation, Vernetzung sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.

Automatisierung

Die Anzahl der Fahrerassistenzsysteme, die den Fahrer bei der Fahraufgabe unterstützen können, hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Dadurch ist der Eindruck entstanden, dass autonome Fahrzeuge schon bald technisch machbar sein könnten. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass diese Entwicklung evolutionär verlaufen wird. Automatisierte Funktionen werden auf der Grundlage etablierter Fahrerassistenzsysteme sukzessive weiterentwickelt und in mehr und mehr Neuwagen eingebaut. Autofahrer werden so Schritt für Schritt an die Automatisierung herangeführt. 

Dabei wird automatisiertes Fahren voraussichtlich zuerst auf der Autobahn sowie in Parkhäusern praktisch angewendet werden. Auf Bundesautobahnen ist trotz hoher Geschwindigkeiten das Verkehrsgeschehen vergleichsweise strukturiert. In Parkhäusern hingegen herrschen geringe Geschwindigkeiten vor, die die Situation trotz hoher Komplexität beherrschbar machen. In beiden Fällen kann ein Auto sein Umfeld mit den eigenen Sensoren erfassen, die Situationen sind damit gut beherrschbar. Es liegt auf der Hand, dass weitere Innovationen erprobt werden müssen, so zum Beispiel die Ausweitung der Anwendung automatisierter Funktionen im urbanen Umfeld. Die Bundesregierung hat daher erste Initiativen ergriffen, zum Beispiel das Digitale Testfeld Autobahn, das um städtische Testfelder erweitert werden soll.

Graham Smethurst
Graham Smethurst Leiter Koordinierungsstelle Vernetztes und Automatisiertes Fahren

Tel: +49 30 897842-426  
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