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    Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit

    Kreislaufwirtschaft

    Die Strategie der deutschen Automobilindustrie zur Reduktion ihres CO2-Footprints geht weit über die Nutzungsphase des Produkts hinaus - und betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeuges von den Rohstoffen, über die Produktion bis hin zum Recycling.

    Die Strategie der deutschen Automobilindustrie zur Reduktion ihres CO2-Footprints geht weit über die Nutzungsphase des Produkts hinaus - und betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeuges von den Rohstoffen, über die Produktion bis hin zum Recycling.

    Die Automobilindustrie ist Vorreiter der Kreislaufwirtschaft

    Die ganzheitliche Betrachtung aller Wertschöpfungsstufen und ihrer Umweltauswirkungen spiegelt sich in den „Design-for-Sustainability“-Strategien der Automobilindustrie wider und findet in der Debatte zur Weiterentwicklung der Circular Economy ihre Fortsetzung. Ziel einer Circular Economy ist, gleichzeitig den Ressourceneinsatz und das Abfallaufkommen zu reduzieren. Dies kann durch Wiederverwendung und -verwertung, Recycling von Produkten und Rohstoffen sowie durch ressourceneffizientes Produktdesign (Ökodesign) umgesetzt werden.

    Fahrzeuge ressourcenschonend herstellen, lange nutzen, reparieren, recyclen, wiederverwenden - die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sind in der Automobilindustrie fest verankert. Beispielsweise besteht bereits heute ein Fahrzeug zu einem Drittel aus Sekundärmaterialien, ist über 200.000 Kilometer und 20 Jahre im Betrieb. Die häufig wechselnden Fahrzeughalter werden bis zu 15 Jahre nach Produktionsende eines Fahrzeuges mit neuen und wiederaufbereiteten Fahrbereitschaftsersatzteilen versorgt. Vergleichbare Standards und Angebote gibt es für andere Verbraucherprodukte nicht.

    Dennoch sehen wir Potentiale, im Sinne der „shared responsibility“ die automobile Kreislaufwirtschaft weiter zu stärken. Aktuelle politische Initiativen, wie die Revision der Altfahrzeugrichtlinie oder die Erarbeitung einer Kreislaufwirtschaftsstrategie, eröffnen die Möglichkeit, wichtige Rahmenbedingungen für eine gelingende automobile Kreislaufwirtschaft zu stärken.

    Leitgedanken einer zukunftsfähigen automobilen Kreislaufwirtschaft

    Circular Economy oder Kreislaufwirtschaft kann ganz unterschiedlich verstanden werden. Die Konzepte der deutschen Automobilindustrie fußen auf folgenden sechs Leitgedanken:

    Fahrzeuge unterscheiden sich aufgrund ihrer Komplexität und Langlebigkeit sehr von anderen Verbraucherprodukten. Ein Fahrzeug besteht aus rund 7.000 Komponenten und einem Mehrfachen an Unterkomponenten, ist 15 bis 22 Jahre in Nutzung und dabei Temperaturschwankungen von über 100°C im Fahrzeuginnern ausgesetzt. Während des gesamten Lebenszeitraums ist die (Crash-)Sicherheit, Schwerentflammbarkeit und Materialbeständigkeit garantiert.

    Bei Umsetzung der Anforderungen der Altfahrzeugrichtlinie sind alle Wirtschaftsbeteiligten der Wertschöpfungskette eingebunden und im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit zur Einhaltung verpflichtet. Fahrzeughersteller übernehmen dabei die Verantwortung für den Ersatz gefährlicher Substanzen, für die Erstellung und Verteilung von Demontage- und Behandlungsinformationen, für die Informationen an Kunden sowie für die Sicherstellung einer kostenlosen Abgabemöglichkeit für nahezu vollständige Altfahrzeuge bei genehmigten und anerkannten Behandlungseinrichtungen (Demontagebetriebe und Schredderanlagen). Diese Betriebe organisieren die Rücknahme, sorgen für eine umweltverträgliche Behandlung und Verwertung von Altfahrzeugen und stellen sicher, dass die Recycling- und Verwertungsquoten eingehalten werden.

    In der Automobilindustrie werden Lebenszyklusanalysen genutzt, um Umweltauswirkungen systematisch zu bewerten. Sie können interne strategische Entscheidungen im Hinblick auf die Produktentwicklung unterstützen. Darüber hinaus ermöglichen sie, die Optimierung von produkt- und prozessbezogenen Umweltauswirkungen zu dokumentieren. Politische Instrumente, die eingeführt werden, sollten daher eine signifikante Reduktion von CO2 -Emissionen in der Lebenszyklusbetrachtung der Fahrzeuge bringen.

    Der Leitgedanke der Lebenszyklusanalyse setzt sich im Design der Fahrzeuge fort. Design-for-Circularity-, Design-for-Dismantling- oder Design-for-Recycling-Ansätze wurden von der Autoindustrie in ganzheitliche Design-for-Sustainability-Strategien überführt, um der langen Nutzungsphase der Produkte Rechnung zu tragen.

    Neben klassischen Einkaufsinstrumenten zur Absicherung von Verfügbarkeit und Qualität der kritischen Rohstoffe arbeitet die Automobilindustrie an der Erhöhung des Einsatzes recycelter Materialien in der Fahrzeugentwicklung und -produktion. Was bereits heute bei Stahl, Aluminium und Kupfer gängig ist, wird auch zukünftig auf die wichtigen Batterierohstoffe ausgeweitet.

    Automobil- und Kreislaufwirtschaft sind zwei starke Branchen, die sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam im Sinne der Shared Responsibility an dem marktwirtschaftlichen Aufbau von Wertstoffkreisläufen für heutige und zukünftige Fahrzeuggenerationen arbeiten. Die grundlegende Transformation und Innovation die gegenwärtig in der Automobilindustrie stattfindet, muss auch bei den Akteuren der Kreislaufwirtschaft seine Fortsetzung finden, um den positiven ökologischen Beitrag in der gesamten Kette zu gewährleisten.

    Forderungen an eine zukunftsfähige automobile Kreislaufwirtschaft

    Aktuelle politische Initiativen, wie die Revision der Altfahrzeugrichtlinie oder die Erarbeitung einer Kreislaufwirtschaftsstrategie, eröffnen die Möglichkeit, wichtige Rahmenbedingungen für eine gelingende automobile Kreislaufwirtschaft zu stärken.

    Michael Püschner
    Fachgruppe Umwelt

    Michael Püschner

    Leiter

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