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    Wie die Mobilität der Zukunft aussieht – in Städten

    Die Stadt bietet die größten Potenziale, alle Verkehrsangebote miteinander zu verknüpfen. Dabei müssen Konzepte entwickelt werden, die auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind.

    Die Stadt bietet die größten Potenziale, alle Verkehrsangebote miteinander zu verknüpfen. Dabei müssen Konzepte entwickelt werden, die auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind.

    Nachhaltig und effizient bewegen in der Stadt

    Die Gewährleistung hoher Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land ist gemeinsames gesellschaftliches Ziel. Lebenswerte und nachhaltige Städte sind perspektivisch klimaneutral und ressourcenschonend, weisen eine hohe Luftqualität auf, stellen eine hohe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sicher und ermöglichen den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft bedürfnisorientierte, effiziente, bezahlbare und sichere Mobilitäts- und Logistikprozesse.  

    Die Automobilindustrie unterstützt dieses Zielbild. Die Umsetzung von Maßnahmen, die nachweisbar auf diese Ziele einzahlen, ist essenziell, um für die Menschen bestmögliche, nachhaltige Mobilität zu gewährleisten.  

    Gesamtkonzept notwendig – Einbeziehung aller Verkehrsträger  

    Um die Bedürfnisse aller erfüllen zu können, wird dabei auch zukünftig die Nutzung des motorisierten Individualverkehrs eine wichtige Rolle für die urbane Mobilität spielen. Gerade auch in den Stadt-Umland-Beziehungen stellt das eigene Auto oft die einzige Mobilitätsoption für viele Menschen dar. Dies gilt es in der weiteren Diskussion zu beachten. Gleichwohl wird sich die heutige Autonutzung ändern, sie wird künftig in optimierter und effizienterer Form stattfinden: zunehmend lokal emissionsfrei, vernetzt und automatisiert, ergänzt durch Sharing und Pooling.

    Zentral aus Sicht der Automobilindustrie ist, dass alle Maßnahmen zur Gestaltung der urbanen Mobilität in ein Gesamtkonzept eingebettet sind und auf dem Dialog aller Beteiligten aufbauen. Generell sollten mögliche Maßnahmen sorgfältig evaluiert und gegebenenfalls auch entsprechend angepasst werden. Ziel sollte es sein, die verschiedenen Verkehrsträger dabei gemeinsam zu betrachten und sinnvoll und intelligent miteinander zu verknüpfen. Dabei müssen Konzepte entwickelt werden, die auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind. So sind die Bedingungen in kleineren und mittleren Städten oft andere als in Großstädten.

    Automobilindustrie treibt nachhaltige Mobilität in der Stadt

    Die Automobilindustrie treibt den Wandel in Richtung nachhaltiger Mobilität voran. Mit innovativen Technologien und Angebotsinnovationen leistet sie ihren Beitrag zur Entwicklung lebenswerter Städte. So erlaubt Elektromobilität bereits jetzt einen lokal emissionsfreien und leiseren Einsatz von Fahrzeugen. Sie trägt dazu bei, die Luftqualitäts- und Klimaschutzziele zu erreichen und Verkehrslärm zu reduzieren. Die voranschreitende Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur – wie zum Beispiel eine Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampel – kann Verkehr effizienter, flüssiger und noch sicherer machen. Automatisiertes Parken (Automated Valet Parking) kann dazu beitragen, den Bedarf an Parkraum zu reduzieren, weil der Platz effizienter genutzt werden kann.

    Mit Ansätzen wie Community-based Parking sammeln Fahrzeuge selbst Daten über freie Stellplätze und informieren sich gegenseitig darüber. Hierdurch kann der Parksuchverkehr deutlich reduziert werden. Mobilitätsangebote wie Carsharing und Ridepooling helfen, die Mobilität der Menschen zu verbessern, indem sie die heute noch bestehende Angebotslücke zwischen öffentlichem Verkehr und privatem Pkw-Besitz schließen. Damit bedienen sie die Mobilitätsbedürfnisse all derer, die nur ab und zu ein Auto benötigen.  

    Rahmenbedingungen richtig setzen

    Damit Innovationen ihre Wirkung vollständig entfalten können, muss aber auch die Politik ihren Beitrag leisten und die Rahmenbedingungen entsprechend setzen. Hierzu gehört die Unterstützung beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum. Nutzervorteile, wie sie etwa das Elektromobilitäts- oder das Carsharinggesetz ermöglichen, helfen bei der Marktdurchdringung von Innovationen.

    Die Digitalisierung der städtischen Infrastruktur ist essenziell für die Umsetzung vernetzten und automatisierten Fahrens und trägt so dazu bei, den Autoverkehr noch sicherer und intelligenter zu gestalten und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Multimodale Lösungen erfordern die Verfügbarkeit von Daten und müssen durch die physische Verknüpfung der Verkehrsträger – etwa durch den Ausbau von P+R-Angeboten (Parken und Reisen) – unterstützt werden.

    Belange des Wirtschaftsverkehrs adressieren

    Ein Gesamtkonzept für städtische Verkehre muss zudem immer auch den Wirtschaftsverkehr adressieren. Auch hier sind innovative Lösungen gefragt. Die Automobilindustrie leistet hierzu Beiträge mit emissionsarmen beziehungsweise emissionsfreien Lieferfahrzeugen aller Größen und mit passgenauen Logistiklösungen. Erforderlich sind aber geeignete Rahmenbedingungen auch für den Güterverkehr der Zukunft.

    So könnten spezielle Lieferzonen geschaffen werden, die zu definierten Zeiten für den Wirtschaftsverkehr freigehalten werden, gegebenenfalls digital reservierbar sind und entsprechend überwacht werden. Um die Elektrifizierung des Liefer- und Verteilerverkehrs abzusichern, bedarf es auch hier zudem einer entsprechenden Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur im urbanen Raum. Bei ihrer Ausgestaltung ist den besonderen Anforderungen dieser Fahrzeuge (etwa Platzbedarf beim Parken/Laden) Rechnung zu tragen.

    Plattform Urbane Mobilität

    Die Automobilindustrie möchte Lösungen für eine zukunftsfähige und nachhaltige urbane Mobilität gemeinsam mit allen Beteiligten und im Dialog mit den Städten weiterentwickeln. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat dazu die „Plattform Urbane Mobilität“ ins Leben gerufen, an der sich neben Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie derzeit neun Großstädte beteiligen.

    Ziel der Plattform ist es, ein gemeinsames Verständnis von der Gestaltung der urbanen Mobilität der Zukunft zu entwickeln und auf dieser Basis gemeinsam Umsetzungsschritte einzuleiten. Die Themenpalette reicht dabei von der Elektromobilität über das vernetzte und automatisierte Fahren, das Verkehrsmanagement sowie die optimierte Flächennutzung bis hin zu Mobilitätsdienstleistungen, urbaner Logistik und betrieblichem Mobilitätsmanagement. 

    Fachgebiet Verkehrspolitik

    Dr. Michael Niedenthal

    Fachgebietsleiter

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