VDA-Kommentierung zur
Mercosur-Resolution
VDA-Präsidentin Hildegard Müller:
„Die Annahme der Resolution zur gerichtlichen Überprüfung des EU-Mercosur-Abkommens im Europäischen Parlament ist ein verheerendes Zeichen. Sie kann das Inkrafttreten des Abkommens nun erheblich, eventuell sogar um Jahre, verzögern. Es steht zu befürchten, dass die Mercosur-Staaten in diesem Fall die Geduld mit der EU verlieren und das Abkommen insgesamt gefährdet ist. Trotz des Parlamentsbeschlusses ist eine Entscheidung zur vorläufigen Anwendung des Abkommens durch die EU-Kommission möglich und nötig. Die Kommission ist daher aufgefordert, rasch Klarheit über eine vorläufige Anwendung des Abkommens zu schaffen.
Europa schwächt sich durch die Entscheidung des EU-Parlaments in einem Moment, in dem geopolitische Standfestigkeit und verlässliche internationale Partnerschaften dringender sind denn je. Statt Klarheit für Freihandel und eine regelbasierte Weltordnung zu schaffen, sendet das Parlament ein Signal der Verunsicherung und Selbstblockade. Die EU darf ihre eigenen Handelsziele nicht sabotieren und ihre Glaubwürdigkeit als Partner leichtfertig aufs Spiel setzen.
Die Vorteile des Abkommens sind eindeutig. Das EU-Mercosur-Abkommen stärkt die gesamte Europäische Union. Die deutsche Automobilindustrie ist tief in europäische Produktions- und Lieferketten eingebunden – jede zusätzliche Nachfrage aus der Mercosur-Region kurbelt daher nicht nur den Standort Deutschland an, sondern belebt Wertschöpfung, Handel und Beschäftigung in ganz Europa.
Fakt ist: In Zeiten zunehmenden Protektionismus und wachsender geopolitischer Spannungen braucht Europa Entschlossenheit statt Verzögerungstaktik. Das Momentum muss genutzt werden, um Allianzen für offene Märkte zu festigen und Rechtssicherheit zu schaffen. Blockaden beim EU-Mercosur-Abkommen sind verantwortungslos und wirtschaftspolitisch kurzsichtig.“
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Sprecher
Benedikt Herzog-Wolbeck
Schwerpunkt Wirtschaftspolitik & Handel