VDA-Kommentierung:

    VDA-Präsidentin Hildegard Müller zum Gebäudemodernisierungsgesetz

    Berlin, 09. Juli 2026

    VDA-Präsidentin Hildegard Müller:

    „Die Novelle des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes im Zuge des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist ein grundsätzlich wichtiger Schritt für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Die Umsetzung der europäischen Vorgaben in nationales Recht unterstützt den weiteren Hochlauf der Elektromobilität – insbesondere für das Laden im Einzelhandel, in Wohnquartieren, in Tiefgaragen und am Arbeitsplatz.

    Gleichzeitig bleibt das Gesetz bedauerlicherweise hinter den Erfordernissen des Markthochlaufs zurück: Deutschland beschränkt sich auf Mindestvorgaben und vergibt damit die Chance, den Ausbau der Ladeinfrastruktur konsequent zu beschleunigen. Kritisch ist zudem, dass Wohnbestandsgebäude weiterhin außen vor bleiben, sodass ein zentrales Potenzial für den Ausbau der Ladeinfrastruktur ungenutzt bleibt. Gerade für Haushalte in Mehrfamilienhäusern sowie für Menschen ohne eigenen Stellplatz oder Wallbox ist der Zugang zu Ladeinfrastruktur im Wohnumfeld und am Arbeitsplatz entscheidend.

    Fakt ist: Für den erfolgreichen Hochlauf der Elektromobilität ist eine flächendeckende, leistungsfähige und bezahlbare Ladeinfrastruktur unverzichtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen die Gewissheit, jederzeit, überall und zu bezahlbaren Preisen laden zu können. Nun kommt es darauf an, bestehende Hemmnisse konsequent abzubauen – etwa durch einen schnelleren Netzausbau und digitale Netzanschlussverfahren. Zugleich sollte sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene für ambitioniertere Vorgaben beim Ausbau der Ladeinfrastruktur einsetzen. Nur so kann Deutschland seinem Anspruch als Leitmarkt für Elektromobilität gerecht werden.“

    Sprecherin

    Katharina Sophie Bellstedt

    Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Produktion, Logistik, Aftermarket