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    Nutzfahrzeuge

    Markt für leichte Nutzfahrzeuge weniger stark von Coronakrise betroffen

    Dank eines starken Online- und Versandhandels ging der Absatz der leichten Nutzfahrzeuge in Europa weniger stark zurück als der von Pkw und schweren Nutzfahrzeugen.

    Dank eines starken Online- und Versandhandels ging der Absatz der leichten Nutzfahrzeuge in Europa weniger stark zurück als der von Pkw und schweren Nutzfahrzeugen.

    Absatz von leichten Nutzfahrzeugen hält Coronakrise stand

    Nach sechs Wachstumsjahren in Folge gingen die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen bis sechs Tonnen in Westeuropa im Jahr 2020 um 18 Prozent zurück. Nachdem im Jahr 2019 mit mehr als zwei Millionen Einheiten das zweithöchste Volumen jemals erreicht worden war, wurden 2020 noch 1,7 Millionen Transporter abgesetzt. Im Vergleich zum Pkw- (−24 Prozent) oder Lkw-Markt (−26 Prozent) entwickelte sich der Absatz im leichten Segment vergleichsweise robust. Wesentliche Stütze war die weiterhin positive Entwicklung des Online- und Versandhandels. Während die Geschäfte vielerorts zeitweise geschlossen waren, konnten die Haushalte weiterhin den Onlineversandhandel nutzen und sich die Waren liefern lassen. Da die Belieferung in der Regel mit dem Transporter erfolgt, wirkte sich das auch positiv auf die Nachfrage nach dieser Fahrzeugkategorie aus.

    In Westeuropa verbuchten mit der Ausnahme Dänemarks (−6 Prozent) alle Einzelmärkte zweistellige Rückgänge. Unter den Volumenmärkten musste Spanien mit circa einem Viertel (−26 Prozent) auf 159.000 Fahrzeuge die deutlichste Schrumpfung hinnehmen. Die Neuzulassungen im Vereinigten Königreich (−21 Prozent auf 299.000 Transporter), in Frankreich (−16 Prozent auf 403.000 Einheiten) und Italien (−15 Prozent auf 161.000 Stück) sanken ebenfalls deutlich. Den mit zwölf Prozent vergleichsweise geringsten Rückgang verzeichnete der deutsche Transportermarkt (274.000 Fahrzeuge).

    Moderater Rückgang bei leichten Nutzfahrzeugen in Deutschland

    Der deutsche Markt für leichte Nutzfahrzeuge hat im Coronajahr 2020 einen vergleichsweise moderaten Rückgang verzeichnet. Während die Neuzulassungen von Pkw und schweren Lkw um 19 beziehungsweise 25 Prozent zurückgingen, fiel das Minus beim Transporterabsatz mit zwölf Prozent deutlich geringer aus. Es wurden 274.400 Einheiten zugelassen, und damit wurde etwa das Niveau des Jahres 2017 erreicht. Im Jahr 2019 hatte der deutsche Markt für leichte Nutzfahrzeuge erstmals die Marke von 300.000 Einheiten überschritten und zum sechsten Mal in Folge ein neues Rekordniveau erreicht.

    Der Treiber dieser robusten Entwicklung im Jahr war erneut beziehungsweise weiterhin das dynamische Wachstum des Online- und Versandhandels. Während des ersten Lockdowns, aber auch im Weihnachtsgeschäft blieb den Haushalten nur die Möglichkeit, ihre gewünschten Produkte zu bestellen und liefern zu lassen – davon machten sie auch Gebrauch. So vermeldete ein großer Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) bereits Ende November 2020, also noch vor dem Weihnachtsgeschäft, ein höheres Sendungsvolumen als im Gesamtjahr 2019. Da die Belieferung mit leichten Nutzfahrzeugen erfolgt, wirkt sich der Boom im Online- und Versandhandel auch positiv auf die Transporternachfrage aus.

    Doreen Hüls
    Ansprechpartnerin

    Doreen Hüls

    Referentin Automobilprognosen, Internationale Nutzfahrzeugkonjunktur, US-Light-Vehicle-Markt, Forschung und Entwicklung

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