null

    Elektromobilität

    Europa: Elektro-Neuzulassungen nehmen Fahrt auf

    Der Elektroanteil an Pkw in Europa hat sich auf 11,4 Prozent mehr als verdreifacht. In Anbetracht der Verschärfung des CO₂-Grenzwertes auf 95 Gramm für die gesamte Neuwagenflotte 2021 verläuft die Entwicklung auch in diesem Jahr weiter dynamisch expansiv.

    Der Elektroanteil an Pkw in Europa hat sich auf 11,4 Prozent mehr als verdreifacht. In Anbetracht der Verschärfung des CO₂-Grenzwertes auf 95 Gramm für die gesamte Neuwagenflotte 2021 verläuft die Entwicklung auch in diesem Jahr weiter dynamisch expansiv.

    Europa 2020 größter Elektro-Pkw-Markt der Welt

    2020 hat die Elektromobilität in Europa (EU inklusive Großbritannien und Europäische Freihandelsassoziation, EFTA) ihren Durchbruch erreicht. Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw stiegen um 143 Prozent auf 1,368 Millionen Fahrzeuge. Damit hat Europa vergangenes Jahr China als größten E-Markt abgelöst. Dieser Elektroboom hat vor allem zwei Ursachen. Zum einen gilt 2020 in Europa das Phasing-in der CO₂-Grenzwertregulierung, das einen mittleren CO₂-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer von 95 Prozent der Herstellerflotten vorschreibt. Dieser sehr anspruchsvolle Grenzwert hat dafür gesorgt, dass sich der Elektroanteil in Europa auf 11,4 Prozent mehr als verdreifacht hat. Zum anderen gibt es in einer Mehrzahl der Länder ausgiebige Förderungen beim Kauf und bei der Haltung von E-Fahrzeugen. In Anbetracht der Verschärfung des CO₂-Grenzwertes auf 95 Gramm für die gesamte Neuwagenflotte 2021 verläuft die Entwicklung auch in diesem Jahr weiter dynamisch expansiv.

    Hohe Marktdurchdringung in Nordeuropa

    Deutschland überholte vergangenes Jahr die USA mit 395.000 neu zugelassenen Elektro-Pkw (+263 Prozent) und setzte sich auf Platz zwei hinter China. In Deutschland hatte der im Juni 2020 staatlicherseits verdoppelte Umweltbonus für einen Boom in der zweiten Jahreshälfte gesorgt; der Elektroanteil erreichte im Gesamtjahr 13,5 Prozent. Auch in Frankreich konnten die Neuzulassungen auf 186.000 Stück mehr als verdoppelt werden. Etwas schwächer war die Dynamik in Großbritannien (+143 Prozent auf 177.000 Fahrzeuge). Auf dem Pioniermarkt Norwegen erreicht der Elektroanteil bereits 75 Prozent an den Neuzulassungen, daher ist die Dynamik mit einem Plus von einem Drittel bei 106.000 E-Pkw im Vergleich eher verhalten. Andere europäische Märkte mit einer hohen Elektro-Marktpenetration sind vor allem im nordeuropäischen Raum zu finden: Island (45 Prozent), Schweden (32 Prozent), Niederlande (25 Prozent), Finnland (18 Prozent) und Dänemark (16 Prozent). Noch ausbaufähig ist die Elektromobilität in den meisten süd- und osteuropäischen Ländern, wo sie sich zwischen rund fünf Prozent (Spanien) und knapp zwei Prozent (Polen und Bulgarien) bewegt. Eine Ausnahme stellt Portugal mit 13,5 Prozent dar.

    2020: China dreht ins Plus, USA stagnieren

    In China stiegen die Neuzulassungen von E-Autos 2020 um 15 Prozent auf 1,246 Millionen Pkw, was einem Elektroanteil von 6,3 Prozent entsprach. In der zweiten Jahreshälfte konnten die Rückgänge zu Jahresanfang aufgrund der Pandemie mehr als aufgeholt werden. Die hohen Incentives der vorherigen Jahre sind Mitte 2019 in Abhängigkeit von der Batteriereichweite halbiert worden, werden seitdem allerdings nur behutsam abgeschmolzen. 2021 deutet sich an, dass die Wachstumsraten der E-Auto-Verkäufe wieder deutlich anziehen. In den USA hat das pro Hersteller kontingentierte Förderregime zu einem Rückgang der Verkäufe von elektrischen Light Vehicles um sechs Prozent auf 303.000 Stück geführt, der Anteil an E-Fahrzeugen am Gesamtmarkt dümpelte bei 2,1 Prozent. Auch in den USA zieht der E-Auto-Markt im ersten Quartal 2021 wieder an.

    Ansprechpartner

    Alexander Fritz

    Referent Automobilprognosen, Statistiken Produktion und Export, CO₂-Emissionen, Elektromobilität, Strukturanalysen

    Lesen Sie mehr zum Thema