null

    Emissionsreduktion

    Ad(d) Blue!

    Mit der VDA-Marke AdBlue® lassen sich bei Dieselfahrzeugen Schadstoffemissionen – insbesondere Stickoxide – senken. Was Sie dazu wissen müssen.

    Mit der VDA-Marke AdBlue® lassen sich bei Dieselfahrzeugen Schadstoffemissionen – insbesondere Stickoxide – senken. Was Sie dazu wissen müssen.

    Wesentlicher Bestandteil eines hocheffizienten und sauberen Antriebskonzepts

    Seit dem 1. September 2014 gilt europaweit bei der Typprüfung für neue Pkw die Euro-6-Norm, die seit dem 1. September 2015 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge bindend ist. Neben dieser Euro 6b genannten Abgasstufe wird derzeit im Rahmen einer Euro-6c-Stufe an einer RDE-Gesetzgebung (Real Driving Emissions) gearbeitet. Nach Vorschlag der EU-Kommission wird die RDE-Regulierung ab September 2017 für neue Typen und ein Jahr später für alle Neufahrzeuge verpflichtend.

    Vor allem die RDE-Gesetzgebung gilt mit Blick auf die Stickoxidemissionen als die größte Herausforderung für Dieselfahrzeuge, seit es EU-Abgasnormen gibt. Neben der weiteren Senkung der Rohemissionen bewähren sich zur Reduktion von Stickoxiden, abhängig vom Fahrzeuggewicht und von der Motorisierung, schon seit fast einem Jahrzehnt zwei Systeme: der NOx-Speicherkatalysator (NSC oder LNT) und die selektive katalytische Reduktion, kurz SCR.

    Bei der SCR-Technologie wird über deren Einspritztechnik die wässrige Harnstofflösung AdBlue® in den Abgasstrom eingeführt. Freigesetztes Ammoniak verringert im nachgeschalteten SCR-Katalysator bis zu 80 Prozent der Stickoxide (NOx) zu unschädlichem Stickstoff (N₂) und Wasser (H₂O). Die so ausgerüsteten Dieselmodelle erfüllen mit der NOx-Nachbehandlung die Werte nach der Abgasnorm Euro 6. AdBlue® ist wesentlicher Bestandteil dieses hocheffizienten und sauberen Antriebskonzepts. Die SCR-Technologie und AdBlue® legten in der Fahrzeugtechnik die Grundlage dafür, bei dieselbetriebenen Nutzfahrzeugen die Schadstoffemissionen – insbesondere die Stickoxide – zu senken.

    Der Anteil an SCR-Modellen hat sich stark erhöht

    Bei schweren Fahrzeugen hat sich AdBlue® als wirksame Lösung zur Nachbehandlung von Abgasen bewährt und durchgesetzt. Für Personenwagen mit Dieselantrieb ist nun ebenfalls die Zeit für AdBlue® gekommen, denn Diesel-Pkw, die die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, werden zu einem beachtlichen Anteil mit einem SCR-System ausgestattet sein.

    Der AdBlue®-Verbrauch ist abhängig vom Fahrzeuggewicht und vom individuellen Fahrstil. Ein Pkw wird im Schnitt rund 1,5 Liter AdBlue® auf 1.000 Kilometer verbrauchen.

    null

    AdBlue® ist bereits an Tankstellen und bei Händlern in ganz Europa erhältlich

    Mit zunehmender Fahrzeugdichte werden auch komfortable AdBlue®-Zapfsäulen an den Tankstellen in Europa aufgebaut. Die Mineralöl- und die Automobilindustrie müssen beim Aufbau eines europaweit flächendeckenden Netzes für Pkw eng zusammenarbeiten. Mehrere Autohöfe rüsten sich mittlerweile mit Zapfstellen für AdBlue® aus. Die Firma Shell testet moderne AdBlue®-Tankstellen in Kooperation mit deutschen Fahrzeugherstellern und lässt diese ersten Ergebnisse in die weitere Verbesserung der Tankstellentechnik einfließen. Die Nachfrage wird zeigen, wo weitere Zapfsäulen eingerichtet werden können. Wo der Fahrer eines modernen Dieselfahrzeugs mit SCR-System künftig AdBlue® zutanken kann, wird eine Karte ähnlich der Website findadblue.com zeigen. Der Autofahrer findet so bequem das aktualisierte Angebot an Zapfstellen. Navigationsgeräte und mobile Applikationen werden ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, den künftigen AdBlue®-Kunden den Weg zur nächsten Bezugsstelle zu weisen.

    Erläuterungen zur VDA-Marke AdBlue®

    Weltweit steigen die Anforderungen an die Emissionsreduzierung von Nutzfahrzeugen und Personenkraftwagen. Mit SCR-Systemen (SCR bedeutet „selektive katalytische Reduktion“) wird das chemische Syntheseprodukt Harnstoff AUS 32 (AdBlue) eingesetzt, und so werden die NOx-Abgase reduziert. Zur weltweiten Verbreitung von Harnstoff AUS 32 hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Marke „AdBlue“ in allen relevanten Kfz-Märkten schützen lassen. Mit AdBlue kann damit die Automobilindustrie weltweit zur weiteren Emissionsreduzierung beitragen.

    AdBlue® – weltweit eingetragene Marke des VDA

    AdBlue® wird für die Abgasreinigung von Kraftwagen weltweit eingesetzt. Es handelt sich um eine klare, ungiftige Harnstofflösung (AUS 32). Diese kann gefahrlos verwendet werden und ist umweltverträglich. AdBlue® wird in einem getrennten Behälter in der Nähe des Dieseltanks gelagert. Es wird dem Dieselkraftstoff nicht beigemengt.

    Die Qualität von AdBlue® (Harnstoff AUS 32) ist für die problemlose Verwendung in Kfz außerordentlich wichtig, daher sind die Anforderungen in den ISO-Normen 22241-1 bis 4 festgelegt. Diese Standards sind von allen Lizenznehmern des VDA uneingeschränkt zu beachten. Hersteller von Harnstoff, die eine Lizenz vom VDA erwerben müssen, sind verpflichtet, vorher ein Qualitätsaudit für ihre Produktionsanlage und das Vertriebssystem beim VDA-QMC zu beantragen (siehe Infoflyer auf dieser Webseite).

    AdBlue® ist eine eingetragene Marke des VDA und wird in Lizenz vor allem von Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Unternehmen der chemischen Industrie sowie der Mineralölwirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Marke AdBlue® ist unter anderem anwendbar auf Kraftfahrzeuge, Kfz-Teile, in Bedienungsanleitungen von Kfz und für den Harnstoff AUS 32.

    Weitere Informationen, vor allem zu den Lizenzbedingungen, stellt die Rechtsabteilung (Jörg Monecke, E-Mail: joerg.monecke.extern@vda.de, Tel. +49 170 383 36 96) zur Verfügung.

    Weltweite Verfügbarkeit von AdBlue®

    Der VDA strebt mit seinen Lizenznehmern eine weltweite Verfügbarkeit von AdBlue® (Harnstoff AUS 32) an. Die Marke AdBlue® ist daher in allen relevanten Kfz-Märkten der Welt registriert beziehungsweise angemeldet. Damit wird den Lizenznehmern des VDA ermöglicht, ihre Produkte und Dienstleistungen mit dieser Marke zu vermarkten.

    Technische Bedeutung von AdBlue®

    AdBlue® wird in einem modernen Schadstoffregelungssystem namens „selektive katalytische Reduktion“ (kurz: SCR) eingesetzt. In SCR-Systemen reagiert AdBlue® mit den NOx-Abgasen, um Wasser und Stickstoff zu erzeugen. NOx ist die Kurzform für Stickstoffoxidgase, die während des Verbrennungsprozesses in Dieselmotoren entstehen und mittels der SCR-Technologie reduziert werden.

    AdBlue® wird aus einer in Reinwasser gelösten Chemikalie – „Harnstoff“ (auch Carbamid genannt) – hergestellt. Harnstoff ist ein Syntheseprodukt, das im Allgemeinen aus Naturgas gewonnen und in Handelsdünger, Kunststoffen und der Kosmetik eingesetzt wird. AdBlue® wird nicht aus wiederverwerteten landwirtschaftlichen Produkten hergestellt.

    Daher ist es wichtig, dass sich stets ein ausreichender AdBlue®-Anteil im Tank befindet. Wenn ein Kraftfahrzeug mit einem SCR-System, aber ohne AdBlue® betrieben wird, besteht das Risiko, dass die aufwendige SCR-Ausrüstung zu Schaden kommt und die Emissionen nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

    Verwendung von AdBlue® bei extremen Wetterbedingungen

    AdBlue® kann innerhalb Europas unter allen Wetterbedingungen eingesetzt werden. Falls die Temperatur von AdBlue® jedoch unter −11 °C fällt, gefriert das Produkt. Um dies zu vermeiden, sind AdBlue®-Pumpen in den nordischen Ländern und in kälteren Gebieten beheizt. Einige SCR-Lkw verfügen über Heizsysteme, die den zuverlässigen Betrieb des SCR-Systems selbst bei niedrigsten Temperaturen gewährleisten.

    Gefrorenes AdBlue® nimmt keinen Schaden und kann daher wieder verwendet werden, sobald es aufgetaut ist.

    Ansprechpartner

    Dr. Ralf Scheibach

    Leiter der Abteilung Recht & Compliance

    Lesen Sie mehr zum Thema