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    Mobilitätspolitik

    Sicher abbiegen – trotz eines toten Winkels

    Fahrerassistenzsysteme ergänzen die Leistung des Fahrers da, wo er nicht mehr weiterkommt. Der Abbiegeassistent etwa bietet eine Lösung für den toten Winkel.

    Fahrerassistenzsysteme ergänzen die Leistung des Fahrers da, wo er nicht mehr weiterkommt. Der Abbiegeassistent etwa bietet eine Lösung für den toten Winkel.

    Assistenzsysteme nehmen bei Gefahrenprävention eine immer größere Rolle ein

    Mit Inkrafttreten der UN R151 – „Uniform provisions concerning the approval of motor vehicles with regard to the Blind Spot Information System for the Detection of Bicycles“ (kurz BSIS) – in der EU werden ab 2022 für alle neuen Typen und ab 2024 für alle Erstzulassungen einheitliche Rahmenbedingungen für Abbiegeassistenzsysteme geschaffen, die den sogenannten toten Winkel überwachen. Der Anwendungsbereich ist für schwere Nutzfahrzeuge und Busse vorgesehen und entspricht damit den Vorgaben der General Safety Regulation der Verordnung (EU) 2019/2144.

    Assistenzsysteme spielen bei der Unfallvermeidung eine zunehmend größere Rolle, da sie den Fahrer sinnvoll unterstützen und auf mögliche Gefahrensituationen hinweisen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und seine Mitglieder sind überzeugt von diesen Systemen, sodass schon vor Inkrafttreten der gesetzlichen Anforderungen die „Aktion Abbiegeassistent“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt wurde. Diese sieht eine freiwillige Ausstattung der Fahrzeuge mit einem solchen Assistenzsystem vor.

    BSIS: Unterscheidung zwischen Informationssignal und Warnhinweis

    Das in der UN R151 beschriebene BSIS sieht die Unterscheidung zwischen einem Informationssignal und einem Warnhinweis beim Rechtsabbiegen vor. Ersteres soll auf Radfahrer hinweisen, die sich neben dem Fahrzeug und somit im potenziellen Gefahrenbereich für einen Abbiegevorgang befinden – unabhängig von der Intention des Fahrzeugs, tatsächlich abzubiegen. Als Rückmeldung für den Fahrer ist ein optisches Signal vorgesehen. Wird ein Radfahrer erkannt und ein Abbiegevorgang eingeleitet, muss das System bewerten, ob es zu einer Kollision kommen kann. Sollte dies der Fall sein, muss zusätzlich ein Warnhinweis ausgegeben werden. Dieser besteht aus einem optischen, akustischen oder haptischen Signal oder aus einer Kombination dieser Signale.

    Derzeit arbeiten die VDA-Mitglieder auch an Erweiterungen des BSIS: Eine Möglichkeit sieht die zusätzliche Erkennung von Fußgängern vor. Eine andere Variante soll zudem eine Notbremsung einleiten, wenn beim Abbiegevorgang ein Fußgänger oder Fahrradfahrer erkannt wird und der Fahrer nicht adäquat reagiert.

    Philipp Niermann
    Ansprechpartner

    Philipp Niermann

    Leiter Technische Vorschriften und Werkstoff, Vorschriften und Harmonisierung

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