







Bedeutung von Freihandel und Partnerschaft in geopolitisch unsicheren Zeiten
- Themen
- Automobil-Insight 2025
- Die deutsche Automobilindustrie in den USA
Das Jahr 2025 brachte bisher unbekannte Herausforderungen für die transatlantische Kooperation. Nicht nur in Fragen der Sicherheit stellte Präsident Trump viele traditionelle Formate in Frage. Auch in der Handelspolitik setzt der US-Präsident neue Maßstäbe, fordert bisherige Gewissheiten heraus und eröffnete seine zweite Präsidentschaft mit massiven Zollerhöhungen weltweit, u. a. für die europäische Automobilindustrie.
US-Präsident sieht Sicherheit durch Autoimporte gefährdet
Kraftfahrzeuge werden seit dem 3. April 2025 bei der Einfuhr in die USA mit zusätzlichen Wertzöllen in Höhe von 25 Prozent belastet. Fahrzeugteile werden seit dem 3. Mai 2025 mit Zusatzzöllen belastet. Dies hat Präsident Donald Trump am 26. März 2025 unter Berufung auf „Section 232 Trade Expansion Act“ angewiesen. Die Einführung neuer Zusatzzölle wird mit der Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA durch die Importe bestimmter Kraftfahrzeuge und Autoteile begründet.
Die hohen zusätzlichen US-Zölle auf Pkw und Teile von 25 Prozent, die Präsident Trump eingeführt hat, könnten langfristig durch das Rahmenabkommen zwischen den USA und der EU vom 21.8.2025 auf insgesamt 15 Prozent begrenzt werden.
Eine Voraussetzung dafür ist, dass die EU ihre Industriezölle vollständig auf 0 Prozent senkt. Dem entsprechenden Vorschlag der KOM vom 28.8.25 muss das Europäische Parlament noch zustimmen. Angesichts des Konfliktes im Zusammenhang mit Grönland hatte das europäische Parlament seine Entscheidung verschoben. Es wird zudem über die Integration von Schutzmaßnahmen, Aussetzungsklauseln und Überprüfungen diskutiert.
Nachdem Präsident Trump seine Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland wieder zurückgenommen hatte, hat das europäische Parlament die Arbeiten zur Umsetzung wieder aufgenommen. Es wird nun damit gerechnet, dass das Europäisches Parlament dem Legislativvorschlag der Europäische Union im Frühjahr 2026 unter bestimmten Bedingungen zustimmen wird. Der VDA spricht sich für einen zügigen Abschluss der Beratungen und die Annahme des Gesetzesvorschlags im Trilog aus, um zeitnah verlässliche Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Darüber hinaus ist eine konstruktive Umsetzung weiterer Elemente des Rahmenabkommens, etwa der regulatorischen Zusammenarbeit, erforderlich, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Die starke Einbindung der deutschen Automobilindustrie in transatlantische Wertschöpfungsketten führt dazu, dass sie sowohl durch US-Zölle auf Importe als auch durch mögliche EU-Gegenmaßnahmen auf Fahrzeuge und Teile aus den USA belastet würde. Die Zahlen zeigen, dass die deutsche Automobilindustrie ein integrativer Bestandteil der US-Industrie ist. So exportieren europäische Hersteller auch aus den USA heraus in Drittmärkte. Deutsche Hersteller haben im Jahr 2025 rund 805.000 Pkw in den USA produziert, wovon Die deutschen Hersteller sind für über zwei Drittel der Pkw-Exporte aus den USA in die EU verantwortlich. Mit zahlreichen Produktionsstätten sind sowohl Hersteller als auch Zulieferer in den US-Bundesstaaten investiert.




Insgesamt setzt der VDA weiterhin auf eine positive Agenda mit den USA. Hierzu tragen auch Vorschläge für die regulatorische Kooperation im Automobilbereich bei, mit der der gegenseitige Handel und die industrielle Zusammenarbeit vertieft werden könnte. Die Automobilindustrie setzt auf eine verlässliche, faire Partnerschaft und Kooperation.
USMCA als Nachfolge von NAFTA erfordert lokales Engagement
Bereits in seiner ersten Amtszeit vollendete Präsident Trump die Reform des „NAFTA-Abkommens“ der USA mit Kanada und Mexiko. Der neue Verbund „USMCA“ (US-Mexiko-Canada-Agreement) ermöglicht zwar Freihandel zwischen den drei beteiligten Ländern, Voraussetzung dafür sind jedoch hohe Anforderungen an die lokale Wertschöpfung, die Einhaltung eines Mindestlohns sowie die Verwendung von bestimmten Mindestanteilen von US-Stahl in den jeweiligen Produkten.
Diese Regeln haben insgesamt dazu geführt, dass Wertschöpfung vor Ort aufgebaut wurde und Exporte aus der EU weniger wettbewerbsfähig waren.
Mit der Ankündigung von Zöllen nach der zweiten Amtsübernahme von Donald Trump wurde auch das „USMCA Abkommen“ in seinen Grundfesten erschüttert. Im Jahr 2026 steht eine Überprüfung an und der VDA setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Hindernisse (wieder) abgebaut werden und die bisherige Zusammenarbeit in diesem Wirtschaftsraum fortgeführt werden kann.