Pressemitteilung
VDA-E-Ladenetzranking: Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu E-Autos stagniert und zeigt ungebrochenen Handlungsbedarf beim Ausbau öffentlicher Lademöglichkeiten
Ladeangebot ist deutschlandweit gewachsen – Aber rund drei von zehn Gemeinden in Deutschland sind weiterhin ohne öffentlichen Ladepunkt und gut sechs von zehn ohne öffentlichen Schnellladepunkt – Heilbronn deutschlandweit erneut mit bestem Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten – Hamburg und Duisburg sind Ausbau-Meister
Das aktuelle Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu Elektro-Pkw (E-Pkw*) in Deutschland bleibt im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Sowohl die Zulassungen von E-Autos als auch das Angebot öffentlicher Ladepunkte sind in allen Bundesländern gewachsen. Dabei zeigen sich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern sowie auch den Gemeinden, was den anhaltenden Handlungsbedarf beim Ladeinfrastrukturausbau in Deutschland verdeutlicht. Das sind einige der zentralen Ergebnisse einer heute veröffentlichten Auswertung des Verbands der Automobilindustrie (VDA), dem so genannten VDA-E-Ladenetzranking**.
In Deutschland gibt es, Stand 1. Juli 2026, 211.025 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 55.011 Schnellladepunkte*** (Quelle: Bundesnetzagentur) und 3.591.910 E-Pkw (BEV, PHEV; Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt). Damit kommen in Deutschland zum Stichtag 1. Juli im Durchschnitt 17,0 E-Pkw auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Somit stellt sich das Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu E-Autos in Deutschland im Vergleich zum vorangegangenen VDA-E-Ladenetzranking (Datenstand 1. Juli 2025) nahezu unverändert dar. Seinerzeit kamen 16,7 E-Pkw auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt.
Rund 39.000 neue Ladepunkte, rund 715.000 neue E-Autos
Die Bundesnetzagentur weist zum Stichtag des neuen VDA-E-Ladenetzrankings (1. Juli 2026) 38.875 öffentliche Ladepunkte mehr aus als beim letzten VDA-E-Ladenetzranking (Stand 1. Juli 2025). Davon sind 14.234 Schnellladepunkte***. An Schnellladepunkten können in der gleichen Zeit deutlich mehr E-Pkw geladen werden als an Normalladepunkten. Innerhalb des betrachteten Zeitraums kamen 14.234 Schnellladepunkte hinzu, womit mehr als jeder dritte hinzugekommene öffentliche Ladepunkt ein Schnellladepunkt ist. Dabei wiederum zeigt sich ein Ausbau-Fokus auf besonders leistungsstarke Schnellladepunkte mit mehr als 149 kW (High-Performance-Ladepunkte), die verstärkt zugebaut wurden. Deutschlandweit gibt es 40.320 High-Performance-Ladepunkte. Sie machen mittlerweile das Gros der Schnellladepunkte aus und stellen zudem rund ein Fünftel (19 Prozent) der gesamten Ladepunkte.
Einen deutlichen Zuwachs gab es auch bei dem E-Pkw-Bestand: Zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 1. Juli 2026 kamen 714.859 neu gemeldete E-Pkw hinzu. Damit gibt es, Stand 1. Juli dieses Jahres, in Deutschland 3.591.910 E-Pkw. Der E-Anteil am gesamten deutschen Pkw-Bestand liegt bei 7,2 Prozent.
Die Abdeckung mit Ladepunkten hat sich gegenüber dem vorangegangenen VDA-Ranking leicht verbessert, allerdings gibt es in 30 Prozent der Gemeinden (ab 500 Einwohnenden) nach wie vor leider keinen öffentlich zugänglichen Ladepunkt und in 61 Prozent noch keinen öffentlich zugänglichen Schnellladepunkt.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Unsere Auswertung zur öffentlichen Ladeinfrastruktur zeigt Licht und Schatten. Erfreulich ist vor allem der deutliche Zuwachs an Schnelllademöglichkeiten. Dass die Menschen immer häufiger ihr E-Auto schnellladen können, ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die E-Mobilität.
Gleichzeitig gibt es noch immer zu viele weiße Flecken auf der Landkarte, viele Gemeinden in Deutschland bieten überhaupt keine öffentlichen Lademöglichkeiten. Dabei ist eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Erfolg der E-Mobilität. Die Menschen brauchen das Vertrauen, immer und überall einfach und schnell laden zu können. Darauf wollen sie sich zurecht verlassen können. Deshalb braucht es beim Ausbau der öffentlichen Lademöglichkeiten noch mehr Ambition – besonders vor dem Hintergrund der deutlich steigenden Zulassungen von E-Pkw.“
Unter anderem müsse der Ausbau der Standorte des sogenannten Deutschlandnetzes mit mehr als 1.000 Schnellladeparks entlang der Autobahnen und in städtischen und ländlichen Räumen weiter vorangetrieben werden, so die VDA-Präsidentin. „Das Deutschlandnetz hätte eigentlich Ende des Jahres stehen sollen, hängt aufgrund von Rechtsstreitigkeiten aber zeitlich hinter dem Plan – umso mehr Tempo braucht es jetzt. Offene Rechtsfragen müssen daher unverzüglich geklärt werden. Das Deutschlandnetz muss schnellstmöglich abgeschlossen werden, weitere Verzögerungen darf es nicht geben.“
VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „E-Mobilität braucht ausreichende Netzkapazitäten“
Sie betont zudem die Bedeutung schnellerer Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie des Stromnetzausbaus. „Der Stromnetzausbau ist zunehmend die entscheidende Voraussetzung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Denn mit der E-Mobilität – ob bei Pkw oder Nutzfahrzeugen – kommen besonders auf die Stromnetze neue Herausforderungen zu. Damit die benötigten Leistungen auch tatsächlich bereitgestellt werden können, müssen die Stromnetze beschleunigt und vorausschauend ausgebaut werden. Leistungsfähige Energienetze dürfen nicht zum Nadelöhr für den Erfolg der E-Mobilität werden. Hier müssen Politik, Bundesnetzagentur und Energiewirtschaft gemeinsam und entschlossen agieren."
Müller weiter: „Die deutsche Autoindustrie wird ihren Kurs in Richtung klimaneutraler und digitaler Mobilität entschlossen fortsetzen. Die Hersteller und Zulieferer leisten heute und in Zukunft mit beeindruckenden Innovationen und hohen Investitionen ihren Beitrag zum Erfolg der Elektromobilität auf allen Märkten der Welt. Sie erweitern stetig die Produktpalette und machen Angebote in allen Segmenten. Allein in Deutschland bieten die deutschen Hersteller etwa 110 E-PKW-Modelle an. Und auch den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Pkw- bzw. Nutzfahrzeuge treiben die Unternehmen der Automobilindustrie mit zahlreichen Projekten voran – in Deutschland und international. Dieses Engagement werden wir konsequent fortführen.“
Die Ergebnisse des VDA-E-Ladenetzrankings
Das VDA-E-Ladenetzranking ist eine statistische Auswertung, die auf den amtlichen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und der Bundesnetzagentur beruht. Was hier gemeldet ist, findet Eingang in die Auswertung, die in drei Bereiche unterteilt ist:
Der T-Wert (Ladenetzranking T-Wert | VDA – der Begriff ist verlinkt, dahinter findet sich eine Liste aller Zulassungsbezirke mit Datendetails) gibt an, wie viele E-Pkw sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen. Hier hat Heilbronn (Baden-Württemberg) den ersten Platz verteidigt: Hier gibt es deutschlandweit das beste Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten für E-Pkw. 5,7 E-Pkw kommen dort auf einen öffentlichen Ladepunkt. Emden (Niedersachsen), wo 6,4 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen, liegt erneut auf Platz 2. Auf Rang 3 findet sich – 6,4 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt – der Landkreis Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern).
Den größten Sprung hat Hof gemacht. Die Stadt im Nordosten Bayerns hat die Zahl ihrer öffentlichen Ladepunkte nahezu verdoppelt und klettert um 195 Plätze auf Rang 140.
Ausbau-Meister kommen aus dem hohen Norden und dem tiefen Westen
Betrachtet man allein die absoluten Zuwächse, so zeigt sich der Ladepunktausbau in Hamburg besonders dynamisch: In der Hansestadt kamen zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 1. Juli dieses Jahres 2.165 öffentliche Ladepunkte hinzu, nirgendwo waren es mehr. Relativ betrachtet hat die Stadt Duisburg am stärksten ausgebaut: 43 Prozent mehr öffentliche Ladepunkte als im Vorjahr gibt es dort, was einem Zubau von 463 Ladepunkten entspricht.
Ladeangebot in allen Bundesländern gewachsen Betrachtet man das Ladeangebot auf Ebene der Bundesländer, so wird deutlich, dass das Ladeangebot in allen Bundesländern gegenüber unserer vorangegangenen Auswertung gewachsen ist. Alle Bundesländer haben bei der aktuellen Auswertung mindestens 17 Prozent (Sachsen) mehr öffentliche Ladepunkte als zuvor. Mecklenburg-Vorpommern hat prozentual mit 36 Prozent relativ am stärksten zugelegt.
Zudem zeigt unser Ranking, dass es in Mecklenburg-Vorpommern das beste Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten gibt. Hier kommen 11,5 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Berlin belegt Rang 2, Thüringen Rang 3. Nicht unerwähnt dürfen strukturelle Unterschiede in den Bundesländern bleiben, so ist der E-Pkw-Bestand in den neuen Bundesländern noch vergleichsweise gering. Es folgen: Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern, wo 16,7 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen.
Die dahinter folgenden Länder liegen mit ihren Werten jeweils unter dem Bundesdurchschnitt von 17,0. Diese sind: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (in dieser Reihenfolge). Weitere Details finden Sie auf den Datenblättern (Download unter dieser PM).
Schnellladen: Berlin schafft die meisten neuen Schnellladepunkte
Der sog. S-Wert (Ladenetzranking S-Wert | VDA – der Begriff ist verlinkt, dahinter findet sich eine Liste aller Zulassungsbezirke mit Datendetails) zeigt, wie viele E-Pkw sich statistisch betrachtet einen Schnellladepunkt teilen. Vorne liegt hier erneut der Landkreis Saale-Orla-Kreis (Thüringen). Es folgen der Landkreis Nordhausen (Thüringen) und Zweibrücken (Rheinland-Pfalz). Betrachtet man die absoluten Zuwächse, so kamen in Berlin die meisten Schnellladepunkte hinzu (372).
Die statistische Auswertung auf Ebene der Bundesländer zeigt: Der Bundesdurchschnitt liegt beim S-Wert bei 65,3. Anders formuliert: In Deutschland kommen durchschnittlich 65 E-Pkw auf einen Schnellladepunkt. Beim letzten VDA-E-Ladenetzranking waren es noch rund 71 – der bereits erwähnte Ausbau der Schnellladeinfrastruktur schlägt sich auch hier sichtbar nieder.
Die ersten drei Plätze beim S-Wert belegen Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Zu bedenken sind hier strukturelle Unterschiede in den Bundesländern, so ist in den neuen Bundesländern der E-Pkw-Bestand noch vergleichsweise gering.
Zum Download zur Verfügung stehen Ihnen Datenblätter zu den jeweiligen Bundesländern mit den Spitzenreitern aller 13 Flächenländer sowie Rankings der Bundesländer untereinander für alle drei Werte mit weiteren Daten-Details.
*Das VDA-Ladenetzranking berücksichtigt sowohl BEV als auch PHEV.
**Das VDA-E-Ladenetzranking basiert auf Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur Anzahl der Ladepunkte in deutschen Landkreisen und Städten mit dem Stichtag 1. Juli 2026 sowie des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum Pkw- und E-Pkw-Bestand, ebenfalls zum Stichtag 1. Juli 2026. Neuere Daten zum Pkw-Bestand liegen nicht vor. Zwar weist die Bundesnetzagentur für die öffentlichen Ladepunkte in Deutschland neuere Daten aus (214.434 Ladepunkte, davon 55.572 Schnellladepunkte zum Stand 1.Oktober 2026), aus Gründen der statistischen Vergleichbarkeit muss bei den öffentlichen Ladepunkten und dem Pkw-Bestand jedoch der gleiche Stichtag (1. Juli 2026) verwendet werden. Es werden die Stände vom 1.7.2025 und 1.7.2026 auf Basis der von der Bundesnetzagentur zum Zeitpunkt der Publikation der VDA-Ladenetzrankings vorliegenden Daten verglichen.
*** Nach Definition der Bundesnetzagentur kann an einem Schnellladepunkt Strom mit einer Ladeleistung von mehr als 22 Kilowatt geladen werden.
Kontakt

Ansprechpartnerin
Eva Siegfried
Leiterin des Fachgebiets und Sprecherin Volkswirtschaft, Statistik und VDA-Ladenetz-Ranking