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    Elektromobilität

    Ladenetz-Ranking: ein Überblick

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA) präsentiert das erste Elektro-Ladenetz-Ranking für ganz Deutschland. Das Ranking bildet die Attraktivität für den Umstieg auf Elektromobilität und die Dichte des öffentlich zugänglichen Ladenetzes für Elektroautos ab.

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA) präsentiert das erste Elektro-Ladenetz-Ranking für ganz Deutschland. Das Ranking bildet die Attraktivität für den Umstieg auf Elektromobilität und die Dichte des öffentlich zugänglichen Ladenetzes für Elektroautos ab.

    Die Ziele sind ambitioniert – bei der Umsetzung aber hakt es noch gewaltig. Das macht das große Ladenetz-Ranking des VDA deutlich, das den Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Deutschlands Städten und Landkreisen analysiert und auf den Prüfstand stellt. 

    Das ernüchternde Ergebnis: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt weiter dem steigenden Interesse der Menschen an Elektromobilität hinterher. Im Schnitt kommen in Deutschland  auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt rund 21 Elektroautos. Deutlich zu wenig, denn andere Angebote z.B. im Handel, Parkhäusern oder an Tankstellen sind noch nicht flächendeckend entwickelt.

    Falsche Entwicklung: Immer mehr E-Autos pro Ladepunkt

    Und schlimmer noch: Das Verhältnis verschlechtert sich aktuell. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hält mit der Geschwindigkeit von Neuzulassungen nicht Schritt. Beim letzten VDA-Ladenetzranking im April kamen auf einen öffentlichen Ladepunkt noch rund 17 Elektro-Pkw. 

    Diese Zahlen machen klar: Die rund 250 öffentlichen Ladepunkte, die aktuell pro Woche im Durchschnitt in Deutschland hinzukommen, reichen bei weitem nicht aus. Um das Ziel von einer Million öffentlich zugänglicher Ladepunkte im Jahr 2030 erreichen zu können, müssten pro Woche rechnerisch rund 2.000 Ladepunkte entstehen. Das Ziel der designierten Bundesregierung 15 Millionen E-Autos bis 2030 in den Markt zu bringen erhöht den Druck auf die Ladeinfrastruktur weiter. 

    „Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung, damit die Menschen weiterhin zunehmend auf die Elektromobilität umsteigen. Sie müssen das Vertrauen haben, dass sie ihr E-Auto jederzeit und überall laden können“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Eine aktuelle Studie unterstreicht, dass unzureichende Lademöglichkeiten aktuell für viele Menschen den größten Vorbehalt gegen den Kauf eines E-Autos darstellt. 

    Methodik: A-Wert, T-Wert und S-Wert

    Das Ladenetz-Ranking des VDA gliedert sich in drei Kategorien: Der T-Wert gibt an, wie viele E-Autos auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkte kommen. Der A-Wert hingegen setzt die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte ins Verhältnis zu allen im Landkreis oder der Stadt zugelassen Autos. Das veranschaulicht, wie attraktiv eine Stadt für die Nutzung von E-Mobilität ist. 

    Erstmals dabei: Der S-Wert. Er gibt an, wie viele E-Autos sich einen Schnellladepunkt teilen müssen. Nach Definition der Bundesnetzagentur kann an einem  Schnellladepunkt Strom mit einer Ladeleistung von mehr als 22 Kilowatt geladen werden.  

    Das ist insbesondere bei längeren Strecken wichtig — oder wenn die Pause zum Laden möglichst kurz sein soll, etwa beim Einkaufen. Für die Akzeptanz der E-Mobilität sind Schnellladepunkte also besonders bedeutend.  

    Wolfsburg am attraktivsten für E-Mobilität

    In Deutschland gibt es aktuell 48.717 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon sind 7.053 Schnellladepunkte — bei aktuell etwa 1,06 Millionen E-Pkw. Mit einem Verhältnis von 817 Ladesäulen bei einem Gesamtbestand von 125.336 Pkw ist Wolfsburg am attraktivsten für die Fortbewegung mittels Elektromobilität. Auch Ingolstadt und Passau schneiden sehr gut ab und sichern sich einen Platz auf dem Siegertreppchen. 

    Die Daten zum Pkw- und E-Pkw-Bestand bezieht der VDA vom Kraftfahrtbundesamt, die zu den Ladepunkten von der Bundesnetzagentur. Letztere erfasst die öffentlich zugänglichen Ladepunkte.  

    Wir haben im Sommer übrigens auch ein Ladenetz-Ranking für Europa veröffentlicht. Mit ähnlichem Ergebnis: Es gibt noch viel zu tun. Wir bleiben dran. 

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